Broken

Was in einem kleinen Wohnquartier in England geschieht, kann für die ganze Welt gelten; und was in der Welt geschieht, spiegelt sich im Mikrokosmos einer Familie. Aus dem Blickwinkel des elfjährigen Mädchens Skunk erzählt Theaterregisseur Rufus Norris vom Verlust der Geborgenheit. Skunk kann mit ihrer Einelternfamilie und ihrer Diabetes gut umgehen, bis sie eines Tages Zeugin eines brutalen Angriffs eines Nachbarn wird. Opfer ist der mental fragile Rick. Zur zerbrochenen Familie kommt nun auch eine dysfunktionale Nachbarschaft und das behütete Universum von Skunk bricht entzwei. Sie wird vor die Wahl gestellt und muss sich entscheiden, welchen Weg sie gehen möchte.

Der erfahrene Tim Roth als Vater und die strahlende Eloise Laurence als Skunk bilden den Kern dieser Familiengeschichte. Sie sind dabei so authentisch, dass sie spielend die seltsamen Zufälle der Geschichte und die Unwägbarkeiten des Lebens auffangen. In diesem Ensemble-Film stimmt die Chemie zwischen den Figuren ebenso wie die präzise Schauspielführung. Ein Geniestreich ist die Musik von Damon Albarn, der zum Electric Wave Bureau gehört: Die Komposition ist auf das Lebensgefühl des pubertierenden Mädchens abgestimmt. Die Hauptdarstellerin Eloise Laurence singt die Lieder selbst und sorgt damit für eine erstaunliche Glaubwürdigkeit. «Broken» ist ein Film über die Unschuld, die Liebe und die unerträgliche Schwere in der Kunst des Eltern-Seins.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Broken», Grossbritannien 2012, Regie: Rufus Norris, Besetzung: Tim Roth, Eloise Laurence, Cilian Murphy; Verleih: Frenetic Films, http://www.frenetic.ch

Kinostart: 17. Januar 2013

«Broken» ist unser Film des Monats Januar und als pdf abrufbar. Film-des-Monats-Archiv