Your Sister’s Sister

Ein Jahr nach dem Tod seines Bruders steht Jack noch immer neben sich. Seine beste Freundin Iris schickt ihn deshalb ins abgelegene Haus ihres Vaters, wo er zu sich selber finden soll. Doch da ist bereits Hannah, Iris‘ lesbische Halbschwester, die gerade ihre langjährige Beziehung beendet hat. Jack und Hannah verbringen die Nacht mit viel Alkohol – und landen zusammen im Bett. Damit fangen die Probleme erst an: Iris erzählt Hannah im Vertrauen, dass sie in Jack verliebt ist. Allerdings ist sie nicht nur Jacks beste Freundin, sondern auch die Ex-Freundin seines verstorbenen Bruders. Jack wiederum ist still entsetzt, als er mitbekommt, wie sehr sich Hannah ein Baby wünscht und sich mit der Samenspenderfrage beschäftigt.

Was verworren klingt, wird straff, leichtfüssig, aber dialogreich erzählt. Die Story ist reduziert auf drei Personen und einen Ort. Das verleiht dem Film, der zwischen Drama und Komödie schwankt, Kammerspiel-Charakter. Die Vorgeschichte ist fast ganz ausgeblendet; vielmehr interessiert die Regisseurin, was im Jetzt zwischen den Figuren geschieht und wie jede anders mit ihrem Dilemma umgeht. Dabei schimmern auch stets die Unterschiede in den beiden Geschwisterbeziehungen durch. Die komische Note ist vor allem Mark Duplass zu verdanken, der sich als selbstironischer Jack in charmant-umständlichen Erklärungen windet.

Andrea Lüthi, Kulturjournalistin
andrea.luethi@medientipp.ch

«Your Sister’s Sister», USA 2011, Regie: Lynn Shelton; Besetzung: Emily Blunt, Rosmarie DeWitt, Mark Duplass; Verleih: Rialto Film AG, Internet: http://www.rialto.ch, Filmwebsite: http://www.yoursisterssister-themovie.com

Kinostart: 13. September 2012