Sport de filles
Bruno Ganz kann in jeder Rolle glänzen und macht selbst als Dressurreiter eine gute Figur. Der Film führt in eine unbekannte Welt: in das schwerreiche Business mit Spitzenpferden, die an internationalen Wettbewerben antreten. Franz Mann ist Dressurspezialist und hat bereits viele Pferde zum Erfolg geführt. Ihm gegenüber steht die junge Gracieuse, die sich um die engen Grenzen und Konventionen in diesem Geschäft foutiert. Sie möchte ein eigenes Pferd, das sie selbst dressieren und an Wettkämpfen reiten kann. Doch die Widerstände sind beträchtlich. Nach dem Verlust ihrer Arbeitsstelle arbeitet sie als Pferdepflegerin in der Nähe ihres Elternhauses. Es handelt sich um ein renommiertes Gestüt, auf dem die Besitzerin Joséphine de Silène mit eiserner Hand regiert. Von ihr ist auch der deutsche Trainer Franz Mann abhängig. Vom ehemaligen Champion ist er zu einem routinemässigen Zyniker geworden.
Der differenzierte Film geht der Frage nach, wie durch die Begegnung einer jungen, passionierten Frau mit einem abgebrühten Zyniker die Konventionen durchbrochen werden. Gracieuse gibt dem Trainer Widerstandswillen und verführt ihn zu einem Akt des zivilen Ungehorsams. Olivier Père hat das populäre Werk von Patricia Mazuy als «ein Film über die Liebe zu Pferden und die Kunst der Dressur» bezeichnet. Es ist darüber hinaus auch ein Zeichen der Reife, dass Geld und Macht nicht immer das letzte Wort im Leben haben.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Sport de filles», Deutschland 2011, Regie: Patricia Mazuy, Besetzung: Bruno Ganz, Marina Hands, Josiane Balasko; Verleih: Pathé Films AG, http://www.pathefilms.ch
Kinostart: 21. Juni 2012
