Hugo
Gibt es eine schönere Hommage an den Kino-Magier Georges Méliès als eine feinsinnig erzählte Geschichte in 3D-Technologie? Martin Scorsese wagt sich mit «Hugo» auf dieses Feld und was er auf die Leinwand bringt, ist faszinierend. Anstatt einseitig auf den Schaueffekt zu setzen, nutzt Scorsese die Mehrdimensionalität des filmischen Raumes, um die Magie der Zeit zu inszenieren. Es sind die Errungenschaften der Industrialisierung, die gewaltigen Uhren mit ihren Laufwerken, die den Jungen Hugo aufleben lassen. Als Waisenkind lebt er in einem französischen Bahnhof der Jahrhundertwende. In einem Spielzeuggeschäft trifft er auf einen betagten Herrn, Grandpapa Georges, der ihn als Dieb beschimpft, weil er Zahnräder und Bauteile für einen geheimen Automaten entwendet hat. Verfolgt vom Bahnhofsaufseher, liefert Hugo Verfolgungsjagden auf der Suche nach seinem verstorbenen Vater. Die Liebe zur Zeitmessung, zu Automaten und zu Grandpapa Georges‘ Enkelin Isabella führen ihn auf den Pfad der grossen Liebe zum Kino.
Neben zahlreichen Filmausschnitten aus Méliès filmischem Werk, gibt es hier auch wunderbare Reminiszenzen auf das «erste Filmstudio» in einem Glashaus und das Jahrmarkt-Ereignis des «Cinematographen». Hier lässt sich erahnen, wie nahe die Erfindung des Films dem heutigen Ereigniskino kommt. Eine wunderbare Hommage an die Anfänge des Kinos, die sich in der Begeisterung für die Möglichkeiten von 3D-Filmen spiegelt.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Hugo» («Hugo Cabret»), USA 2011, Regie: Martin Scorsese, Besetzung: Asa Butterfield, Chloë Grace Moretz, Ben Kingsley; Verleih: Ascot Elite Entertainment Group, http://www.ascot-elite.ch, Filmwebsite: http://www.hugocabret.de
Kinostart: 09. Februar 2012
| «Hugo» ist unser Film des Monats Februar und als pdf abrufbar. Film-des-Monats-Archiv |
