Kreuz & Quer. Moskauer Mächte

Die russisch-orthodoxe Kirche erlebt nach Jahrzehnten des staatlich verordneten Atheismus eine neue Blüte. Kirchen werden instand gesetzt, in den Klöstern leben Mönche nach ihren alten Traditionen. Gläubig zu sein, gehört zum guten Ton; auch junge Menschen besuchen die prunkvollen Gottesdienste. Das Oberhaupt der Kirche, Patriarch Alexij II., spricht von einem Wunder. Aber es fehlt auch nicht an warnenden Stimmen: Die neue Harmonie zwischen Staat und Kirche scheint vielen trügerisch. Sie könnte ein neues Staatskirchentum hervorbringen – mit starken Einschränkungen kirchlicher Freiheit, vermuten Kritiker