The Infidel

Obwohl Mahmud Nasir nicht gerade streng gläubig ist, trifft es ihn hart, als er herausfindet, dass er eigentlich geborener Jude ist. Beim Aufräumen der Wohnung seiner verstorbenen (muslimischen Adoptiv-)Mutter entdeckt er seine Adoptionsurkunde. Mit dem Comedian Omid Djalili ist diese Hauptrolle treffend besetzt. Er spielt mit viel Charme den hin und her gerissenen muslimischen Juden oder jüdischen Muslim.

Mahmud würde nichts lieber tun, als seinen leiblichen Vater kennen zu lernen. Doch der liegt im Sterben, und so muss Mahmud einem Rabbi beweisen, dass er sich im Judentum auskennt. Also vertraut er sich dem bisher verhassten, aber jüdischen Taxifahrer Lenny Goldberg an, damit der ihm zeigt, was es bedeutet, ein Jude zu sein. Zur gleichen Zeit bittet ihn sein Sohn, sich mehr wie ein gläubiger Muslim zu verhalten – zumindest während der Stiefvater seiner Verlobten, ein fundamentalistischer Hetzprediger, zu Besuch ist, um die Ehe abzusegnen. So führt Mahmud ein geheimes Doppelleben: Unter seiner muslimischen Kappe trägt er eine Kippa, von einer Pro-Palästina-Demonstration muss er weiter zu einer Bar Mitzwa. So werden typische Klischees von beiden Kulturen auf lustige Art und Weise gezeigt.

«The Infidel» ist eine nicht ganz immer politisch korrekte, britische Komödie über Glaubens- und Identitätssuche und eine Freundschaft, die über alle Unterschiede hinausgeht.

Sarah Kohler, Praktikantin Reformierte Medien

«The Infidel» (dt. Titel «Alles koscher»), GB 2010, Regie: Josh Appignanesi, Besetzung: Omid Djalili, Richard Schiff, Archie Panjabi, Igal Naor u.a., Verleih: Ascot Elite Entertainment Group, http://www.ascot-elite.ch, Filmwebsite: http://infidelmovie.com

Kinostart: 25. August 2011