Mit dem Bauch durch die Wand

Anka Schmid zeigt die Lebenssituation von drei jungen Frauen, die sich noch in Ausbildung befinden. Gleichzeitig erwarten sie ein Kind. Die jungen Mütter stehen alle vor derselben Situation, haben aber ganz unterschiedliche Perspektiven. Nur eine von ihnen schafft es: Sandra hat einen pflichtbewussten Freund an ihrer Seite, kann ihre Lehre abschliessen und das Muttersein geniessen. Sie wird dabei von ihrer Familie unterstützt. Die beiden anderen Mädchen haben es um einiges schwieriger mit den Vätern. Die Beziehungen gehen in die Brüche. Jasmines Kind wird vom Vater nicht anerkannt. Ausser ihrer Schwester ist die eigene Familie keine grosse Hilfe für sie. Jennifer wiederum ist oft allein mit dem Kind, dessen Vater mit seiner Clique Hip-Hop-Auftritte hat. In einigen Szenen ist ihr die Verzweiflung über die verfahrene Beziehungssituation ins Gesicht geschrieben.

Relativ nüchtern verfolgt die Schweizer Regisseurin den Alltag der jungen Mütter. Wohltuend ist dabei der nicht-moralisierende Blick auf die Lebenssituation der Mädchen. Der Dokumentarfilm ist mit der Handkamera gedreht. Das vermittelt das Gefühl, dass die Regisseurin ihren Figuren nahe kommt. Sie wirft einen entzauberten Blick auf Liebe und Beziehung ganz ohne Betroffenheitsjournalismus und Emotionalisierung.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Mit dem Bauch durch die Wand», Schweiz 2011, Regie: Anka Schmid, Dokumentarfilm; Columbus Film AG, Seestrasse 41a, 8002 Zürich, Telefon: 044 462 73 66, Fax: 044 462 01 12, E-Mail: info@columbusfilm.ch, Internet: http://www.columbusfilm.ch, Filmwebsite: http://www.mitdembauch-film.ch/de

Kinostart: 12. Mai 2011