Bouton

«Dank meiner Krankheit habe ich mir den Wunsch erfüllen können, in einem Film zu spielen.» Wenn Johana diesen Satz sagt, schwingt Vieles und ganz Gegensätzliches mit: tiefe Ehrlichkeit und spitzbübische Ironie, unbändige Lebensfreude und trauriges Abschiednehmen. Johana Bory ist an Krebs erkrankt und hat nicht mehr lange zu leben. Die Schauspielerin und Bauchrednerin fragte einen befreundeten Produzenten, ob sie nicht einmal in ihrem Leben in einem Film mitwirken könne. Res Balzli wechselte die Seite und übernahm zum ersten Mal selbst die Regie.

Entstanden ist ein magischer Film, der Momente aus Johanas Leben dokumentiert – Auftritte gleichermassen wie Spitalaufenthalte. Verwoben werden diese Aufnahmen mit träumerischen, von dem Vokaltrio NØRN getragenen Sequenzen. Und dann sind da noch die Gespräche, die Johana mit Bouton führt, ihrer selbstgemachten Handpuppe. Nach Bouton ist auch der Film benannt, doch ist es Johana, die ihm wie dem Film mit ihrem unglaublichen Charme und Witz Leben einhaucht. Mit ihm redet sie über ihre Ängste und ihre Wut, dass sie mit gerade einmal 33 Jahren dem Tod ins Gesicht sehen muss. Näher ist ihr wohl nur noch ihr Lebenspartner, der Künstler Lukas Larcher. Johana ist schön und klug, und wenn sie auf der Bühne steht, strahlt sie ganz besonders, auch wenn sie noch so starke Schmerzen hat. Der Film, der bewusst den letzten Zerfall ausspart, ist ein sehenswertes und berührendes Epitaph.

Christine Stark, Filmbeauftragte der Reformierten Medien
christine.stark@ref.ch

«Bouton», Schweiz 2011, Regie: Res Balzli, Besetzung: Johana Bory, Lukas Larcher, Flavia Ravaud, Trio vocal NØRN; Verleih: Moa Distribution, Pré-du-Marché35, 1004 Lausanne, Telefon: 021 729 76 22, Fax: 021 729 76 32, E-Mail: info@moadistribution.ch, Internet: http://www.moadistribution.ch

Kinostart: 14. April 2011