En familie

Ein Jobangebot aus New York, ein positiver Schwangerschaftstest, die Heilung eines Lungentumors: So viel Freude ist nicht von Dauer, wenn ein dänischer Film davon erzählt. Für Ditte und ihren Freund Peter schliessen sich ein Leben im Big Apple und Elternschaft aus. Noch dazu wird festgestellt, dass bei Dittes Vater die Tumorzellen in den Kopf gewandert und nicht mehr zu operieren sind. Ditte ist die älteste seiner vier Kinder und sein erklärter Liebling. Auch sie hängt so an ihm, dass sie ihn auf keinen Fall allein lassen möchte. Eine Entscheidung, die die Beziehung zu Peter und zur zweiten Frau ihres Vaters strapaziert.

Nun schon zum dritten Mal in diesem Filmjahr dreht sich die Handlung um die todbringende Erkrankung eines Vaters. In der dänischen Variante werden die tragischen Seiten nicht geschönt, aber auch die schönen Momente, wie die zweite Hochzeit des Vaters, ausgelassen gefeiert. Der Ensemblefilm ist auf das Vater-Tochter-Paar zugeschnitten und bis in die kleineste Nebenrolle perfekt besetzt. Ein starkes Familiendrama inmitten moderner Lebensentwürfe, in denen auch die familiäre Zuwendung als Wahl und nicht als Pflicht erscheint. Dass die Familie eine Traditionsbäckerei führt, verstärkt manchen Konflikt, schenkt dem Film aber immer wieder die nötige Portion Humor. Denn sein Thema ist gross und ernst – nämlich, dass das Sterben eine Zumutung ist –, und wie grossartig es sein kann, sich dem zu stellen.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«En familie», Dänemark 2010, Regie: Pernille Fischer Christensen, Besetzung: Lene Maria Christensen, Jesper Christensen, Pilou Asbæk, Verleih: Ascot Elite Entertainment Group, http://www.ascot-elite.ch

Kinostart: 3. März 2011

«En familie» ist unser Film des Monats März und als pdf abrufbar.
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