The Human Resources Manager

Regisseur Eran Riklis erzählt mit «The Human Resources Manager» eine bewegende Geschichte, die auf dem Bestseller von Abraham B. Jehoshua beruht. Im Zentrum steht der HR-Verantwortliche einer Grossbäckerei in Israel. Bei einem Bombenattentat ist Yulia, eine ehemalige Mitarbeiterin, ums Leben gekommen. Durch die irreguläre Fortführung der Lohnzahlungen gerät das Unternehmen in die Schlagzeilen. Der HR-Manager, der selbst in einer Beziehungskrise steckt, wird für die Rückführung der Leiche nach Rumänien abkommandiert. Was nun geschieht ist sowohl schwarze Komödie als auch das Entwicklungsdrama einer Vater-Sohn-Beziehung. Mit vielen Zwischentönen und stimmigen Bildern erzählt Riklis die Heimführung der Verstorbenen in ihr Heimatdorf. In Rumänien trifft der HR-Manager auf Yulias Sohn, für den die Begleitung der toten Mutter eine Rückkehr zu den Wurzeln bedeutet. Dass auch der hartgesottene HR-Manager von dieser herzergreifenden Geschichte nicht verschont bleibt, macht den Reiz der Erzählung aus.

Der Film ist ein tragikomisches Roadmovie, das mit dem Reisemotiv zwei kulturelle Mentalitäten zusammenführt: die Welt des Business in der modernen israelischen Gesellschaft und die rurale Kultur Rumäniens mit ihrer Prägung durch den Kommunismus. In diesem Gegensatz entsteht ein vielstimmiges Gesellschaftsbild, das ganz bewusst mit den Klischees umgeht und diese relativiert.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«The Human Resources Manager», Frankreich/Deutschland/Israel 2010, Regie: Eran Riklis, Besetzung: Mark Ivanir, Guri Alfi, Papil Panduru; Verleih: Filmcooperative Zürich, Internet: http://www.filmcoopi.ch

Kinostart: 17. Februar 2011