Eat Pray Love
Gefühlskino und charmanter Ratgeber für sinnsuchende Frauen ab Mitte Vierzig: das ist der neue Film mit Julia Roberts in der Hauptrolle. Sie verkörpert Liz Gilbert, die sich als Bestsellerautorin abhanden gekommen ist. Auf der Suche nach dem Lebenssinn besucht sie Italien, Indien und Bali, wo sie in die Geheimnisse des ausgewogenen Lebens eingeführt wird. Dabei werden sowohl die touristischen Klischees als auch die klassischen Stationen des spirituellen Weges gezeigt. Das Essen in Italien ist bekannterweise sehr gut, wobei hier die Freundschaft, die Familie und das «dolce far niente» in den Mittepunkt rücken. Der Besuch im indischen Ashram ist für eine amerikanische Städterin doch sehr fremd, wobei nicht die Begegnung mit dem Guru entscheidend ist, sondern die Beziehung zu anderen spirituell Suchenden. In Bali ist es die langersehnte Liebesfähigkeit, die zurückkehrt.
Überraschend sind dabei der Humor dieser Reise zu sich selbst und die ausgezeichnete schauspielerische Leistung von Roberts. Neben dem spanischen Ausnahmetalent Javier Bardem kann sie durchwegs bestehen. Ihrem authentischen Auftritt ist es zu verdanken, dass die fragwürdige Konstellation der reichen, unzufriedenen New Yorkerin auf dem Selbstverwirklichungstrip nicht in einen filmischen Reiseprospekt abgleitet. Essen, beten und lieben sind die drei Akte einer Selbstfindung im Hollywoodstil, die das Herz des Publikums zu erwärmen suchen.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Eat Pray Love», USA 2010, Regie: Ryan Murphy, Besetzung: Julia Robert, James Franco, Richard Jenkins, Javier Bardem; Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures, Filmwebsite: http://www.eatpraylove.ch
Kinostart: 23. September 2010
