Le dernier pour la route

Der Weisswein, den er am Bahnhof trinkt, ist nicht der erste, den er sich an diesem Tag hinter die Binde kippt; aber der letzte, den er je getrunken haben möchte. Hervé, ein erfolgreicher Journalist mittleren Alters fährt zum Entzug. In einem abgeschiedenen Heim stellt er sich mit therapeutischer Unterstützung seinem Alkoholikerdasein. Hier trifft er auf Menschen, mit denen er dieselbe Sucht teilt, denen er aber so überhaupt nicht ähnlich sein will. Doch allmählich findet er sich in die Dynamik des Entzugs und auch das Miteinander mit den anderen ein. Er stellt sich seinen Erinnerungen und den beschädigten Beziehungen zu seiner Frau und seinem Sohn. Die neu aufkeimenden Freundschaften bleiben stets von der Gefahr bedroht, wieder der Sucht zu verfallen.

Der Ensemblefilm mit einem glänzenden François Cluzet in der Hauptrolle zeigt viele Facetten des Alkoholismus und spart auch die ganz hässlichen nicht aus. Ruhig fliesst die Handlung dahin, realistisch und trocken; weder einen moralisierenden Zeigefinger noch eine süssliche Verkitschung muss man befürchten. Daher kommt einem das Thema sehr nahe, handelt es sich doch letztlich um Menschen wie dich und mich. Der Film basiert auf einer wahren Lebensgeschichte. Hervé Chabalier, der auch am Drehbuch beteiligt war, ist seit nunmehr 8 Jahren abstinent.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien

«Le dernier pour la route», Frankreich 2009, Regie: Philippe Godeau; Besetzung: François Cluzet, Mélanie Thierry, Michel Vuillermoz, Anne Consigny; Verleih: JMH Distributions SA, Internet: jmhsa.ch, Filmwebsite: http://www.ledernierpourlaroute.com

Kinostart: 12. August 2010

«Le dernier pour la route» ist Film des Monats August 2010. Der Film des Monats ist als pdf abrufbar. medientipp.ch/pdf/filmtipp_201008.pdf
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