Guru – Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard

Faszination und Widerwille: Die Dokumentation über Rajneesh Mohan alias Bhagwan Shree Rajneesh alias Osho löst ein rechtes Wechselbad aus. In teils bislang unveröffentlichten Aufnahmen wird jener spirituelle Führer wieder lebendig, der in den 70er- und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts zum Inbegriff des Gurus wurde – verehrt und verpönt. Mit einem ehemaligen Bodyguard und einer seiner mächtigsten Sekretärinnen kommen zwei Persönlichkeiten zu Wort, die Bhagwan aus nächster Nähe kannten. Dass Sheela Birnstiel und Hugh Milne so persönlich von ihrem Kontakt, aber auch von den Brüchen mit Bhagwan erzählen, ist die besondere Stärke des Films.

Obwohl beide ausgestiegen sind, leuchtet ihre einstige Faszination, ja Liebe für den Guru in ihren Gesichtern auf. Einiges ist zu erfahren über den Aufstieg der Bewegung in Indien bis hin zur letztlich gescheiterten Expansion in die USA anfangs der 80er-Jahre. Es liegt wohl daran, dass hier, in Oregon, beide Hauptfiguren aus der Bewegung ausschieden, dass man kaum mehr darüber erfährt, wie es später, auch nach dem Tod Bhagwans weiterging. So blendet der Film das „Osho Meditation Resort“ in Pune, das jährlich Zigtausende anzieht, ebenso aus wie heutige Anhängerinnen und Anhänger. Dies schmälert die Breite der ansonsten materialreichen Dokumentation.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«Guru – Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard», Schweiz 2010, Regie: Sabine Gisiger und Beat Häner, Dokumentarfilm mit Sheela Birnstiel und Hugh Milne; Verleih: Filmcooperative Zürich, Internet: http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.gurufilm.ch

Kinostart: 29. April 2010