Goodbye Solo

Zwei Männer begegnen sich im Taxi und werden beinahe Freunde. William bietet 1´000 Dollar für eine Einfachfahrt in den Nationalpark mit dem sprechenden Namen «Blowing Rock». Dieser Ort ist so windig, dass die Schneeflocken nach oben fallen. Solo, ein afrikanischer Immigrant aus Senegal, geht auf diesen Deal ein. Er möchte helfen und sein Gegenüber verstehen. Doch der siebzigjährige, weisse William lässt sich nicht von seinem Weg abbringen. Er lehnt jede Hilfe ab, denn sein Entscheid steht fest. Die anstehende «Himmelfahrt» schwebt zwischen den beiden Figuren, auch wenn sie nie angesprochen wird.

Dieser Film dreht sich nicht darum, was William und Solo tun. Es geht um die Art und Weise, wie sie sich verändern. Und diese Bewegung hebt den Film über den Plot hinaus. Zwei Leben berühren sich, lernen voneinander und bekommen eine Tiefendimension. Es geht um diese Befindlichkeit, die sich für das Leben öffnet und um die Hilfe, die nicht angenommen werden kann. Regisseur Ramin Bahrani ist iranischer Abstammung und lebt in den USA. Er selbst ist in Winston-Salem aufgewachsen, dem Schauplatz von «Goodbye Solo». Bahrani bringt seine Figuren und seine Heimatstadt authentisch auf die Leinwand. Alles dreht sich um die geheimnisvolle Frage: Wie lebt man in dieser Welt? Und die Geschichte erzeugt eine Umkehrung der Schwerkraft: Am Ort wo der Schnee nach oben fällt, ist auch ein Wunder möglich – beinahe.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Goodbye Solo», USA 2008, Regie: Ramin Bahrani, Besetzung: Souleymane Sy Savane, Red West, Diana Franco Galindo; Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: http://www.xenixfilm.ch, Filmwebsite: http://www.goodbyesolomovie.com

Kinostart: 22. April 2010