Kontroversen und goldene Filme – 60 Jahre Berlinale

Umstrittene Momente der Filmgeschichte und prämierte Filmperlen aus sechs Dekaden: Ab dem 10. Februar begleiten auf Arte und 3sat zwei vielversprechende Filmschwerpunkte das grosse Jubiläum – 60 Jahre Internationale Filmfestspiele Berlin.

Mit „Berlinale kontrovers“ widmet 3sat den Internationalen Filmfestspielen, die vom 11. bis 21. Februar in Berlin stattfinden, eine spannende Reihe. Es werden Filme gezeigt, die an der Berlinale für Aufregung gesorgt haben. Gestempelt als politische Propaganda, als Diskriminierung oder als simpler Dilettantenfilm haben diese Werke Filmgeschichte geschrieben. Ein solcher Skandalfilm ist „Reich der Sinne“ von Regisseur Nagisa Oshima. Ein japanisches Liebespaar lebt seine sexuelle Lust aus, die sämtliche Tabus überschreitet und sogar in den Tod führt. Als gewaltpornographisch eingestuft, wurde der Film in Japan wie auch in diversen anderen Ländern verboten. Zum Eklat kam es, als am Tag der Erstaufführung die Berliner Staatsanwalt den Film beschlagnahmte.

Arte zeigt mit der Reihe „Goldene Bären“ ausgezeichnete Filme aus allen sechs Jahrzehnten und zeichnet so den Werdegang des Festivals entlang der Höhepunkte nach. Der Auftakt macht „Passolinis tolldreiste Geschichten“, der im Jahre 1975 mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurde. Um sich die Zeit einer langen Pilgerreise nach Canterbury unterhaltsamer zu gestalten, erzählen sich Reisende gegenseitig Geschichten von Verrat und Habgier, einem Pakt mit dem Teufel bis hin zu einer bildgewaltigen Vision der Hölle. Weitere Filmperlen wie „Magnolia“, ausgezeichnet im Jahre 2000 oder „Tuyas Ehe“, prämiert im Jahre 2007, folgen Schlag auf Schlag. Diese zwei Wochen versprechen also zu einem wahren Filmleckerbissen zu werden.

Verschiedene Dokumentarfilme wenden sich dem Thema 60 Jahre Berlinale zu und beleuchten die historischen Fakten des Festivals, so zum Beispiel „Die Berlinale – Geschichte eines Festivals“, am 14. Februar um 22.00 Uhr auf Arte. Zu Ehren der Berlinale zeigt SF 1 am 21. und 28. Februar um 12.00 Uhr den Zweiteiler „Auge um Auge“, welcher 100 Jahre deutscher Filmgeschichte Revue passieren lässt.

Das Grossereignis Berlinale 2010 startet mit der Liveübertragung der Eröffnungszeremonie am Donnerstag, 11. Februar um 19.20 Uhr auf 3sat. Der legendäre Stummfilmklassiker „Metropolis“ von Fritz Lang wird in der restaurierten Fassung am 12. Februar, ab 20.15 Uhr auf Arte übertragen. Der Abschluss der Festspiele bildet die Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären, die am Samstag, 20. Februar, ab 18.55 Uhr auf 3sat live ausgestrahlt wird.

Denise Perlini-Pfister, Praktikantin Medientipp
denise.perlini-pfister@medientipp.ch

Sendedaten der Programmschwerpunkte zur „Berlinale 2010“

„Berlinale Kontrovers“ auf 3sat

  • „Die durch die Hölle gehen“ (USA 1978, Regie: Michael Cimino): Mittwoch, 10. Februar, 22.25 Uhr
  • „Im Reich der Sinne“ (Japan/Frankreich 1976, Regie: Nagisa Oshima): Freitag, 12. Februar, 23.00 Uhr
  • „Garten der Lüste“ (Spanien 1970, Regie: Carlos Saura): Samstag, 13. Februar, 22.40 Uhr
  • „Stammheim“ (BRD 1985, Regie: Reinhard Hauff): Sonntag, 14. Februar 22.05 Uhr
  • „Nicht er Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (BRD 1971, Regie: Rosa von Praunheim): Sonntag, 14. Februar, 23.45 Uhr
  • „Nacht und Nebel“ (Dokumentarfilm Frankreich 1955, Regie: Alain Resnais): Dienstag, 16. Februar, 23.15 Uhr
  • „Buffalo Bill und die Indianer“ (USA 1976, Regie: Robert Altman): Donnerstag, 18. Februar, 22.45 Uhr
  • „Lost in Beijing – Alles ist möglich“ (China 2007, Regie: Li Yu): Freitag, 19. Februar, 22.45 Uhr

Die Details und Hintergründe zu den Skandalen der Filmgeschichte sind nachzulesen:
http://www.3sat.de/film/141456/index.html

Mit dem Goldenen Bären ausgezeichnete Filme auf Arte

  • „Pasolinis tolldreiste Geschichten“ (Italien/Frankreich 1971, Regie: Pier Paolo Pasolini, Goldener Bär 1972): Mittwoch, 10. Februar, 23.10 Uhr
  • „Magnolia“ (USA 1999, Regie. Paul Thomas Anderson, Goldener Bär 2000): Donnerstag, 11. Februar, 20.15 Uhr
  • „Wilde Erdbeeren“ (Schweden 1957, Regie: Ingmar Bergman, Goldener Bär 1958): Montag, 15. Februar um 20.15 Uhr
  • „Tuyas Ehe“ (Republik China 2006, Regie: Quan´an Wang, Goldener Bär 2007): Mittwoch, 17. Februar, 22.00 Uhr
  • „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ (Deutschland 1982, Regie: Rainer Werner Fassbinder, Goldener Bär 1982): Donnerstag, 18. Februar, 20.15 Uhr
  • „Sinn und Sinnlichkeit“ (USA 1995, Regie: Ang Lee, Goldener Bär 1996): Montag, 22. Februar, 20.15 Uhr

Hintergründe und Filmausschnitte zu den goldenen Filme sind abrufbar unter:
http://www.arte.tv/de/film/Berlinale-2010/Berlinale-auf-ARTE/3013338,CmC=3032796.html

http://www.3sat.de/berlinale/
http://www.arte.tv/de/2969114.html