Beautiful Bitch
Für einen Moment ist es zu schön, um wahr zu sein. Dann nämlich, wenn das rumänische Strassenmädchen Bica mit der verwöhnten, reichen Milka zu einer Spritztour aufs Land abhaut. Ausgelassen, leicht und sonnig scheint ein Happy End in Sicht. Aber dann kommt es eben doch anders, denn Bica gehört zu einem Taschendiebring, und ihr „Patron“ sitzt am längeren Hebel.
Zwar prägen organisierte Kinderdiebe in der Schweiz (noch?) nicht so sehr das Strassenbild wie in deutschen Grossstädten, doch sollte der Film auch hierzulande sein Publikum finden. Er führt mitten hinein in krass unterschiedliche Lebenswelten zweier 15-Jährigen. Bica, die aus Bukarest nach Düsseldorf gelockt wird, um zu stehlen, und Milka, die zwar materiell alles hat, aber unter der Trennung ihrer Eltern leidet. Hier die schäbige Mietwohnung, in der die rumänischen Kinder hausen und ihr Diebesgut abliefern müssen. Dort das ausstaffierte Zimmer eines Mädchens, das machen kann, was es will. Letzteres soll die Welt von „normalen“ Jugendlichen repräsentieren, ist aber manchmal etwas holzschnittartig geraten. Authentizität und gute Recherche ist vor allem bei der Darstellung der sogenannten „Klaukinder“ zu spüren. Ein guter Jugendfilm, der auch erwachsene Zuschauerinnen mit Kinderschicksalen mitten in unserer Wohlstandsgesellschaft konfrontiert, die gerne ausgeblendet werden.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
„Beautiful Bitch“, Deutschland 2007, Regie: Martin Theo Krieger, Besetzung: Katharina Derr, Patrick von Blume, Sina Tkotsch. Verleih: Rialto Film AG, Internet: http://www.rialto.ch, Filmwebsite: http://www.beautiful-bitch.de
Filmstart: 13. August 2009
| Schulmaterial Zu diesem Film wird Material für Unterrichtende angeboten: http://www.rialto.ch/Web/Filme/BeautifulBitch/BB_%20Schulmaterial.pdf |
