20 Jahre Mauerfall. „Wir sind ein Volk: Die Unterdrückten und die Dominanten“ (6/8)
Kurz nach der Wende machte Hans Joachim Maaz mit seinem Buch „Der Gefühlsstau“ Furore. Als Chefarzt des Evangelischen Krankenhauses in Halle stand er in der DDR in kritischer Distanz zum Regime: Er arbeitete als Psychotherapeut und ging dabei von einem individualistischen Menschenbild aus, das aber mit dem vorherrschenden Kollektivismus unvereinbar war. Maaz analysierte damals den psychischen Druck, der von einem System ausging, das autoritäre Unterwerfung verlangt. Mit Blick auf die vergangenen zwanzig Jahre schildert Maaz nun, wie eindrücklich die dominante BRD zu den unterjochten Menschen aus der DDR passte. Eine Passform, die ernste Probleme mit sich bringt
