Rettet Trigger!

Ein weisser Schimmel mit wehender Mähne – was für ein Mädchentraum. Für die elfjährige Alise wird er schneller wahr, als ihr lieb ist. Plötzlich steht sie vor der Aufgabe, ein geschundenes Rennpferd vor dem Schlachter zu retten, und das obwohl sie im Grunde Angst vor Pferden hat. Ein solcher Kinderfilmplot lässt argen Kitsch erahnen. Glücklicherweise setzt der skandinavische Film nicht auf wehende Mähnen in Zeitlupe – weder von Pferden noch von durchgestylten Mädchen. Alise ist pummelig und schrecklich normal, ihr fehlen das magische Charisma eines Harry Potters oder der phantastische Mut einer Pipi Langstrumpf. Noch dazu ist das Pferd alles andere als reitbar, so dass sein Besitzer möglichst schnell und unromantisch eine horrende Versicherungssumme abkassieren will. Alise und ihre tierschützerisch politisierende Freundin – eine köstliche Nebenrolle – nehmen den Kampf auf.

In den Abenteuerfilm eingebettet ist die Auseinandersetzung von Alise mit ihrem Grossvater, der bei ihr einziehen soll und eigentlich sterbenskrank ist. Auch wenn seine altersweise Art am ehesten Klischees bedient, kommt mit dieser Figur die Frage nach Verlust und Tod zum klingen. Solides, teils rasantes, teils nachdenklich stimmendes Familienkino, auch oder erst recht für Mädchen und Buben, die nicht ein Pferdebuch nach dem anderen verschlingen.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

„Rettet Trigger!“, Norwegen 2006, Regie: Gunnar Vikene, Darsteller: Ann Kristin Sømme, Sven Wollter, Adele Karoline Dahl, Anneke von der Lippe; Verleih: Cineworx, Internet: http://www.cineworx.ch

Filmstart: 11. Dezember 2008