Perspektiven. Inszenierung für die Quote?

„Grosser Gott, steh uns bei!“, so titelte „Bild“ anlässlich des Terroranschlages vom 11. September 2001. Boulevardblätter wie die Deutsche Bildzeitung bedienen sich gezielt religiöser Sprache und steigern damit die Auflage. Im Kampf um die Aufmerksamkeit ist alles, was Betroffenheit bewirkt, willkommen. „Boulevardreligion ist die Inszenierung grosser Gefühle mit nur kleinen Transzendenzen“, sagt die Germanistin Elisabeth Hurth. Während die einen dadurch die Befindlichkeit gekonnt auf den Punkt gebracht sehen, kritisiert sie, dass Religion reduziert und verharmlost wird