The Drummer

Der verwöhnte Gangstersohn Sid flieht nach einem amourösen Fehltritt aus Hong Kong ins Exil. In der entrückten Natur der taiwanesischen Berge begegnet er einer Gruppe von Zen-Trommlern und bemüht sich um die Aufnahme in die Truppe. Die ersten Schritte sind mühsam und von alltäglicher Arbeit geprägt; eine vollständig neue Erfahrung für das Vater-Söhnchen. Doch die Faszination für das Trommeln ist gross genug. Beim meditativen Spiel auf den Instrumenten findet der junge Mann zu sich selbst.

Der Film des Hongkonger Regisseurs und Drehbuchautors Kenneth Bi ist eine eigensinnige Mischung aus Gangsterfilm und spiritueller Reise. Dabei verlässt er sich auf die Ausstrahlung seines Hauptdarstellers Jaycee Chan, dem Sohn des bekannten Martial-Arts-Film-Produzenten Jackie Chan. Einen besonderen Reiz üben die gelungenen Darbietungen der Trommler aus, die vom renommierten Trommel Ensemble „U Theatre“ dargestellt werden. Das Drehbuch bietet einige Überraschungen und schreckt auch nicht vor Klischees des Gangsterfilms zurück. Der Rückgriff auf die Zen-Philosophie ist jedoch glaubwürdig inszeniert. Dabei wird in den Bildern etwas von dem erfahrbar, was die stete Achtsamkeit im Alltäglichen und die Übung als Exerzitium auslösen kann. Bi nähert sich der Selbstfindungsgeschichte mit einem ironischen Blick und macht stets bewusst, dass „The Drummer“ sowohl Schelmenstück als auch meditatives Drama ist.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„The Drummer“, Hongkong 2007, Regie: Kenneth Bi, Besetzung: Jaycee Chan, Tony Leung Ka Fai, Sinje Lee; Verleih: Filmcoopi Internet: http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: thedrummer.emp.hk

Kinostart: im Kino