Kino im Brennpunkt

(medientipp) International agierende Drogenringe, die Bestrafung von Kriegsverbrechern sowie der Völkermord in Ruanda gehören zu den Themen, die Arte anhand von vier Kinofilmen aufgreift. Die Reihe „Kino im Brennpunkt“ erinnert an brisante politische und gesellschaftliche Begebenheiten unserer Zeit.

Mit „Paradise Now“ (F 2004) startet die Reihe „Kino im Brennpunkt“. Der palästinensische Regisseur Hany Abud-Assad erzählt in seinem Film die Geschichte zweier Selbstmordattentäter und versucht deren Beweggründe zu beleuchten. Eine ebenso aktuelle wie politisch brisante Thematik. Der Regisseur hat viel Zeit in die Recherchen investiert. Dies zahlt sich insofern aus, um die auf den ersten Blick einleuchtende Interpretation des Selbstmordattentäters als fanatischen Aktivisten zu widerlegen. Somit ist das erschreckende Moment im Film nicht die Brutalität, sondern gerade die Durchschnittlichkeit der Protagonisten.

In „Maria voller Gnade“ von Joshua Marston (USA 2004) gerät die mittellose und schwangere Maria an einen Drogenhändler. Sie erklärt sich bereit, verpacktes Heroin zu schlucken, um es so nach New York zu schmuggeln. Ein wichtiges Sujet des Films bildet hier der globalisierte Drogenhandel.

Mit dem Kinofilm „Walk on Water“ (Israel 2004) wird das Problem der Bestrafung einstiger Holocausttäter behandelt. Ein Agent des israelischen Geheimdienstes soll einen ehemaligen Nazioffizier finden und töten. Als sich der skrupellose Agent jedoch mit den Enkelkindern des Verbrechers anfreundet, sitzt er plötzlich zwischen zwei Stühlen. Soll er den Auftrag ausführen oder die Freundschaft über den Vergeltungswahn stellen? Mit „Walk on Water“ entwirft der Regisseur Eytan Fox ein hoffnungsvolles Bild der deutsch-israelischen Beziehungen und diskutiert die Rolle der Vergangenheit im Leben junger Menschen von heute.

Mit dem vierten Film der Reihe greift Arte ein weiteres international politisches Thema auf. In „Shooting Dogs“ (GB/D/F 2004) wird die Geschichte dreier Europäer geschildert, welche Zeugen des grausamen Völkermordes in Ruanda werden. Die stationierten UN-Truppen sehen dabei tatenlos zu. Der Film von Michael Caton-Jones zeigt auf, wie jeder der drei Protagonisten seinen eigenen Weg aus diesem moralischen Dilemma zu finden versucht.

Mit „Kino im Brennpunkt“ bringt Arte einige wichtige politische Begebenheiten und soziale Probleme zurück in die Köpfe der Zuschauer und leistet damit einen Beitrag zur Erinnerung und wider das Vergessen.

Sendezeiten jeweils 21.00 Uhr auf Arte:

  • „Paradise Now“: Donnerstag, 3. April
  • „Maria voll der Gnade“: Montag, 7. April
  • „Walk on Water“: Donnerstag, 10. April
  • „Shooting Dogs“: Montag, 14. April

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