Paranoid Park

Alex ist Skater und magisch angezogen vom Skaterparadies Paranoid Park in Portland, wo die Coolsten und Wagemutigsten auf ihren Boards herumkurven. Als er den Tod eines Wachmanns verschuldet, beschliesst er, so zu tun, als sei nichts gewesen.

So einfach die Geschichte, so erschreckend ihr Kern: ein Teenager, der mehr oder weniger auf sich allein gestellt ist. Oder besser gesagt, der sich allein gelassen fühlt, ehe er überhaupt jemandem mitteilt, dass er ein Problem hat. Introvertiert und hilflos einerseits, stoisch ruhig und distanziert von dem, was passiert ist, andererseits.

Mit suggestiven Bildern taucht der Film ein in die Welt dieses Jugendlichen. Phasenweise dreht die Kamera in Super-8-Ästhetik ihre Runden durch die Betonröhren und Halfpipes, ganz eingenommen von dem, was Alex und seine Kollegen beim Fahren empfinden, nur noch das Rollen der Skateboards ist zu hören. So kommt der Film seinem Protagonisten am nächsten und scheint genauso paralysiert von dem Geschehen wie dieser selbst. Unausgesprochen hängt über allem die Frage nach Schuldgefühlen, Schuld, ja nach so etwas wie einem Gewissen. Es ist kaum auszuhalten, wie leicht es offensichtlich gelingt, dies alles auszublenden und zu verdrängen. So liegt der besondere Realismus dieses Coming-of-Age-Films ausgerechnet darin, dass sich die Hauptfigur kaum entwickelt.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

„Paranoid Park“, USA 2007, Regie: Gus Van Sant, Besetzung: Gabe Nevins, Dan Liu, Jake Miller, Taylor Momsen; Verleih: Monopol Pathé Films AG, Internet: http://www.pathefilms.ch, Filmwebsites: http://www.paranoidpark.co.uk (englisch), http://www.paranoidpark-lefilm.mk2.com (französisch)

Kinostart: 10. April 2008