In the Valley of Elah

Ein ehemaliger Militärpolizist macht sich auf die Suche nach seinem Sohn, der als GI aus dem Irak zurückgekehrt und verschwunden ist. Als bald schon seine Leiche gefunden wird, will der Vater erst recht wissen, was geschah. Für die Armee ist der Fall schnell erledigt, doch der wortkarge Mann bleibt hartnäckig, bis ihn eine Ermittlerin der örtlichen Polizei bei weiteren Nachforschungen unterstützt.

Obwohl klassische Krimielemente enthalten sind, wird das «Who done it» seltsam zur Nebensache, wenn häppchenweise Handyfilme auftauchen, die der Sohn bei seinem Einsatz gedreht hat. Was ist im Irak passiert, und was hat es mit den jungen Soldaten gemacht? Am Ende sind der Tathergang und die Kriegserlebnisse zwar erschütternd, aber überraschend unspektakulär – weder Militärverschwörung noch Folterskandal. Dies und die schauspielerische Konzentration von Altstar Tommy Lee Jones als stoischer alter Mann, der um der Wahrheit willen seine Trauer verdrängt, machen «In the Valley of Elah» zu einem Meisterwerk unter den Filmen, die das Iraktrauma der USA bearbeiten. Der sichtbare und zugleich desillusionierte Patriotismus, der in einer Nebenstory um ein Sternenbanner bebildert wird, verstärkt diesen Eindruck noch. Warum schickt ein Land seine jungen Menschen in den Krieg, und zu welchem Preis? – Im Tal Elah kämpfte übrigens David gegen Goliath.

Christine Stark, Reformierte Filmbeauftragte

«In the Valley of Elah», USA 2007, Regie: Paul Haggis, Besetzung: Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, Jason Patric; Verleih: Ascot Elite Entertainment Group, Internet: http://www.ascot-elite.ch

Kinostart: 6. März 2008

«In the Valley of Elah» ist Film des Monats März. Der Film des Monats kann als pdf geladen werden unter:
medientipp.ch/pdf/filmtipp_200803.pdf