Lost in Liberia

Etwas tun wollen: Die irische Journalistin Leila ist eine von zahlreichen Delegierten, die sich in der Schweiz für einen Hilfseinsatz des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) ausbilden lassen. Sie wird ein Jahr nach Liberia geschickt, um ehemalige Kindersoldaten zu ihren Eltern zurückzubringen.

„Humanitäre Hilfe“ ist ein abstrakter Begriff. Der Film gibt ihm ein Gesicht: Leila und ihre Kolleginnen und Kollegen in der Station im afrikanischen Nirgendwo in Sanniquellie. Gemeinsam mit einem liberianischen Mitarbeiter macht sie sich auf die mühsame Arbeit, in dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land, elternlose Kinder aufzuspüren. „Manchmal hat man das Gefühl, Gott zu spielen“, meint sie einmal. Und dann sind da wieder die Zweifel, ob die Mühen nicht einfach verdampfen wie der Tropfen auf dem heissen Stein. Anfänglich zeigt der Film die Arbeit des IKRK. Nach Leilas Ankunft in Liberia drängen sich die Bilder des Landes in den Vordergrund: der Alltag nach der Entwaffnung der Kriegsparteien, die Horden alleingelassener oder als billige Arbeitskräfte missbrauchter Kinder und die Stromknappheit. Man erfährt vieles, was in Nachrichtenmeldungen beiseite gelassen wird. Leilas Einsatzjahr vergeht schnell. Wie verloren sie sich wirklich gefühlt hat, geht dabei vergessen. Dafür hinterlässt der Film viele andere tiefe Eindrücke.

Christine Stark, Reformierte Filmbeauftragte
christine.stark@ref.ch

„Lost in Liberia“, Schweiz 2007, Regie: Luzia Schmid, Dokumentarfilm; Verleih: Docufactory, Internet: http://www.docufactory.ch