Le Scaphandre et le Papillon

«Locked-in-Syndrom» lautet die Diagnose: bei vollem Bewusstsein eingesperrt in den eigenen Körper. Der erfolgreiche Chefredakteur des französischen Modemagazins Elle ist ein Lebemann, als ihn mit 43 Jahren ein Schlaganfall ereilt. Völlig gelähmt bleibt ihm sein linkes Auge als einziges Fenster zur Welt. Mühsam muss er lernen, sich allein mit ihm verständlich zu machen.

Die wahre Geschichte von Jean-Do Bauby erschüttert. Mit Julian Schnabel hat sie einen meisterhaften Regisseur gefunden, der mit der Kamera unmittelbar in diesen nur schwer vorstellbaren Zustand einzutauchen vermag. Während im ersten Drittel spürbar wird, wie schrecklich es um den körperlichen Zustand von Jean-Do steht, öffnet der Film zunehmend den Blick für die Suche nach Lebensqualität trotz des versehrten Körpers. Als Jean-Do entdeckt, dass neben seinem Auge noch sein Gedächtnis und seine Fantasie intakt sind, beginnt er, ein Buch zu diktieren. Taucherglocke und Schmetterling werden zu den Metaphern seines Lebens. Anders als der spanische «Mar Adentro» von 2004 heischt dieser Film nicht um bedingungsloses Verständnis für aktive Sterbehilfe. Im Gegenteil wird ein Mann gezeigt, der weit mehr eingeschränkt ist als die paraplegische Hauptfigur von «Mar Adentro», sich aber mit Hilfe jener, die sich um ihn kümmern, seinem Schicksal stellt. Besonders beeindruckt Altstar Max von Sydow in der Rolle des Vaters von Jean-Do.

Christine Stark, Reformierte Filmbeauftragte
christine.stark@ref.ch

«Le Scaphandre et le Papillon», Frankreich 2007, Regie: Julian Schnabel, Besetzung: Matthieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie-Josée Croze, Max von Sydow; Verleih: Monopol Pathé Films AG, Internet: http://www.pathefilms.ch, Filmwebsite (französisch): http://www.lescaphandre-lefilm.com, Filmwebsite (englisch): http://www.thedivingbellmovie.co.uk

Kinostart: 28. Februar 2008