Jagdhunde
Der 16-jährige Lars ist mit seinem Vater aus Berlin auf einen Bauernhof in die Uckermark gezogen. Hier herrscht ein Zustand der Vereisung: Die Landschaft ist winterlich und die sozialen Beziehungen sind auf dem Gefrierpunkt angelangt. Doch Lars lernt Marie kennen und verliebt sich in das gehörlose Mädchen. Gemeinsam entkommen die beiden Jugendlichen der Erstarrung ihrer Umgebung. Dieser Gegensatz findet seine visuelle Entsprechung in der Bildgestaltung: Die statisch komponierten Einstellungen – mit sanften Stillleben in der Natur und melancholischen Nachtansichten – werden durch die plötzlich bewegte Kamera durchbrochen, wenn die beiden Jugendlichen beisammen sind. An Weihnachten taucht plötzlich Lars´ Mutter mit ihrem Liebhaber auf. In der Familie brechen aufgestaute Konflikte auf.
Der Debütfilm von Ann-Kristin Reyels ist eine tragikomische Studie über die Sprachlosigkeit in der Familie, über die Suche nach Wärme und Herzlichkeit am Fest von Christi Geburt. Die Besetzung ist bis in die einzelnen Nebenrollen ausgezeichnet. Die Dramaturgie vermittelt den Konflikt zwischen den Generationen und zeigt mit hintergründigem Humor die Widersprüche einer modernen Patchwork-Familie. „Jagdhunde“ ermöglicht eine Winterreise aufs Land – bitter und schön zugleich.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
„Jagdhunde“, Deutschland 2007, Regie: Ann-Kristin Reyels, Besetzung: Constantin von Jascheroff, Josef Hader, Luise Berndt, Sven Lehmann; Verleih: Cineworx, Internet: http://www.cineworx.ch, Filmwebsite: http://www.jagdhunde.zauberlandfilm.de
Filmstart: 13. Dezember 2007
