Meduzot
Eine Trennung, eine Hochzeit mit missglückten Flitterwochen, Mütter, um die sich ihre erwachsenen Kinder nicht mehr kümmern möchten. Die Figuren dieses humorvollen wie melancholischen Films sind einsam, auch wenn sie nicht allein sind. Meist reden sie aneinander vorbei und schweigen über ihre Wünsche. Erst in der Begegnung mit Fremden kommen sie sich selbst ein wenig näher und lernen, dass es nicht unbedingt Worte braucht, um sich zu verstehen.
Es geht ein eigenartiger Zauber aus von dem Film des israelischen Paares Shira Geffen und Etgar Keret. Sie erzählen die nur lose miteinander verbundenen Geschichten in teils surrealen Bildern, ihre Figuren sind mit Humor und voller Liebe gezeichnet. Die entzückendste und zugleich merkwürdigste Idee ist ein kleines Mädchen mit Schwimmring, das im wahrsten Sinne des Wortes einfach auftaucht. Wie es die Welt mit grossen Augen betrachtet, lebt es auf dem schmalen Grat zwischen schlichtem Glück und ratloser Enttäuschung, es personifiziert geradezu die verlorene Kindheit einer der Protagonistinnen. Zwar kreuzen sich die einzelnen Geschichten in Tel Aviv, doch spielen für einmal politische Spannungen keine Rolle. Vielmehr lässt der Film universale Gefühle spürbar werden und sinniert über das unsichtbare Verwobensein untereinander und zwischen den Generationen.
Christine Stark, Filmbeauftragte der Reformierten Medien
christine.stark@ref.ch
„Meduzot“ („Le Méduses“), Israel 2007, Regie: Shira Geffen, Etgar Keret, Besetzung: Sarah Adler, Nikol Leidman, Noa Knoller, Ma-nenita De Latorre, Zaharira Harifai, Gera Sandler, Tzahi Grad; Verleih: Trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org
Kinostart: 1. November 2007
