Silent Waters (Khamosh Pani)
(medientipp) Pakistan, 1979. Entschlossen, seinem Land eine streng islamische Richtung zu geben, ruft General Zia ul Haq, Alleinherrscher des Landes, den Ausnahmezustand aus. Innerhalb weniger Monate soll Pakistan nach den rigiden Gesetzen der Sharia in einen streng islamischen Staat umgewandelt werden. In Charkhi, einem Dorf an der Grenze zu Indien, lebt Ayesha allein mit ihrem einzigen Sohn Saleem. Um nach dem Tod ihres Mannes die bescheidene Rente aufzubessern, erteilt Ayesha Koranstunden für junge Mädchen. Eine finanzielle Besserstellung erhofft sie sich ausserdem von der Hochzeit ihres Sohnes mit der schönen Zubeida aus reichem Hause. Doch zerschlagen sich ihre Hoffnungen, als sich Saleem einer Gruppe militanter Muslime anschliesst. Er und seine neuen Freunde betrachten die Sikhs, die aus Indien nach Charkhi gekommen sind, um Verwandte zu suchen, mit feindseligem Argwohn.
Mit Hilfe einer internationalen Crew drehte Regisseurin Sabiha Sumar ein gefühlsbetontes Drama, das sie ursprünglich als Dokumentarfilm realisieren wollte. Die im pakistanischen Karachi geborene und im Westen ausgebildete Filmemacherin setzt sich mit der Benachteiligung der Frauen in fundamentalistischen Gesellschaften, speziell in Pakistan, auseinander. „Silent Waters“ wurde in Locarno 2003 mit dem Bronzenen Leoparden und dem Preis der ökumenischen Jury ausgezeichnet. Ferner erhielt Sabiha Sumar den Preis für die beste Regie.
„Silent Waters“ („Khamosh Pani“), Spielfilm (Pakistan / Frankreich / Deutschland 2003), Regie: Sabiha Sumar, Besetzung: Kiron Kher, Aamir Ali Malik, Arsad Mahmud, Salman Shahid, Shilpa Shukla und Sarfaraz Ansari.
Filmtipp/Film des Monats (April 2004): medientipp.ch/index.php?na=3,1&meid=27331
„Silent Waters“ wird im Rahmen der Reihe „60 Jahre Filmfestival Locarno“ gezeigt:
https://www.medientipp.ch/index.php?na=1,2&meid=77499
Das vollständiges Programm der Reihe „60 Jahre Filmfestival Locarno“ im Schweizer Fernsehen: http://www.sf.tv/sf1/film/filmreihen.php?docid=Locarno1
