Comment j´ai fêté la fin du monde

Monate vor dem Sturz von Ceausescus kommunistischer Diktatur 1989 gerät die Gymnasiastin Eva in Schwierigkeiten, da beim heimlichen Turteln mit einem Mitschüler dieser mit einer unbedachten Bewegung eine Büste des Diktators vom Podest gestürzt hat. Während der Junge sich zerknirscht und kooperativ zeigt und ungeschoren davon kommt, hält das hübsche Mädchen dicht und wird prompt an eine „Berufsschule“ strafversetzt. Beim Abschmirgeln von Altmetall lernt sie dort einen Dissidentensohn kennen und lieben, mit dem sie bald die Flucht ins Ausland plant. Unterdessen heckt ihr geliebter kleiner Bruder Lalalilu mit seinen „Gspänli“ aus der Volksschule ein Mordkomplott gegen den Tyrannen aus.

Wie viele rumänische Filme der letzten Jahre widmet sich auch Catalin Mitulescus Regiedebüt der Ära des Ceausescu-Regimes. Für den Regisseur spiegelt der Film „die Mischung aus Melancholie und Freude, Realität und Fantasterei“ wider, die er mit jener Zeit verbindet, in der er, wie seine Protagonistin, 17 Jahre alt war. Das Bild, das er zeichnet, ist nicht nostalgisch, aber doch eher milde; nichts wirkt wirklich schlimm oder gefährlich, während die kleinen und grossen Bewohner einer ländlich wirkenden Nachbarschaft ihren subversiven Spielchen und Träumereien anhängen. Selbst die lebhaften jungen Schauspieler, namentlich Dorotheea Petre und Timotei Duma als Geschwisterpaar, hemmen nicht den Eindruck verträumter Tristesse, die vom Film ausgeht.

Julia Marx, Filmkritikerin und Filmwissenschaftlerin

„Comment j´ai fêté la fin du monde“ („Cum mi-am petrecut sfarsitul lumii“), Rumänien/Frankreich 2006, Regie: Catalin Mitulescu, DarstellerInnnen: Dorotheea Petre, Timotei Duma, Christian Vararu; Verlei: trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org

Kinostart: 14. Juni 2007

Das trigon-film-magazin Nr. 37 bietet Hintergrundinformationen zum Film.
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