Away From Her
Die Ehe von Grant und Fiona mag auch stürmische Zeiten erlebt haben, doch ihr Lebensabend ist von herzlichem Einvernehmen geprägt. Fionas zunehmende Verwirrung überschattet die Idylle – sie leidet an Alzheimer. Gegen Grants Einwände beschliesst sie, in ein Pflegeheim zu ziehen, solange sie die Entscheidung noch selbst fällen kann. Als Grant sie dort nach der vom Heim verhängten 30-tägigen Kontaktsperre für Neuankömmlinge endlich wiedersehen darf, ist er schockiert: Fiona nimmt kaum Notiz von ihm. Dafür hat sie eine tiefe Zuneigung zu einem anderen Heiminsassen entwickelt. Doch dieser kehrt irgendwann nach Hause zurück, was für Fiona unerträglich ist.
Der Schmerz darüber, einen geliebten Menschen zu verlieren, sicher eines der meist gefürchteten Dinge im Leben, ist Thema der ersten Regiearbeit der Schauspielerin Sarah Polley. Gleichzeitig ist es ein Film über die Liebe, wie sie lebendig bleibt und welche Opfer man für sie zu bringen bereit ist. Dabei geht die junge Kanadierin klug und behutsam vor. Sie tunkt ihr Publikum weder in den Schmalztopf noch stürzt sie es in Trostlosigkeit. Ihre Inszenierung ist zurückhaltend und sensibel und ihre Darsteller besitzen genau die gleichen Eigenschaften: Julie Christie ist eine charmante und faszinierende Fiona, die durch alle Stadien der Handlung ihre Würde bewahrt; Gordon Pinsets gefestigter Grant ist das Zentrum des Films.
Julia Marx, Filmkritikerin und Filmwissenschaftlerin
„Away From Her“, Kanada 2006, Regie: Sarah Polley, Darsteller: Julie Christie, Gordon Pinsent, Olympia Dukakis, Michael Murphy; Verleih: ELITE FILM AG, Internet: ascot-elite.ch, Filmwebsite: http://www.caprifilms.com/awayfromher
Kinostart: 19. April
