Someone Beside You
In Situationen des „zweiten Zustands“, in denen sich die Grenzen des Geistes auflösen, befinden sich Menschen in völliger spiritueller Entäusserung. Klinisch wird dieser Zustand als „Psychose“ beschrieben. Langjährige Klinikaufenthalte und traumatische Erfahrungen sind die Folgen. Auf der Suche nach den Ursachen hat der amerikanische Psychiater und Buddhist Edward Podvoll diese Krankheit als eine Form der spirituellen Krise erfasst. In seinem Umfeld haben Psychologen begonnen, offene Formen der Begleitung zu entwickeln, die sehr nahe an der Seelsorge sind.
Der Regisseur Edgar Hagen hat in seinem Roadmovie mehrere Therapeuten und deren Klienten in der Schweiz, Europa und den USA begleitet. Dabei begegnet er auch Podvoll einige Monate vor dessen Tod. In Podvolls Person kommt es zu einer erstaunlichen und berührenden Begegnung zwischen westlicher Psychologie und östlicher Spiritualität. Seine Botschaft ist, dass Mut und Freundschaft die Kraft zur Heilung von Psychosen bilden. Der Film stellt grundlegende Fragen zur Natur des Geistes und zeigt, wie fragil menschliche Identität sein kann. „If you have a mind you can lose it.“ Diese Erkenntnis bringt die ganz und gar fremde Erfahrung des Ausser-sich-Seins in der Psychose in die Nähe von alltäglichen Erlebnissen und macht die Krankheit als Leiden an der Welt sichtbar.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
„Someone Beside You“, Schweiz 2006, Regie: Edgar Hagen, Dokumentarfilm, Verleih: Edgar Hagen, Internet: http://www.edgarhagen.com, Filmwebsite: http://www.someonebesideyou.com
Kinostart: 29. März
