Berlinale 2007 – Preisträger der Ökumenischen Jury

(medientipp) Die Ökumenische Jury hat an der 57. Berlinale (8. bis 18. Februar) drei Filme ausgezeichnet.

Mit „Tuyas Ehe“ gewinnt der Chinese Wang Quan’an den Preis für die Sektion des Internationalen Wettbewerbs. Quan’ans Film erzählt vom Existenzkampf einer Frau in der mongolischen Steppe, die mit ihrem behinderten Ehemann und zwei Kindern trotz materieller Entbehrungen ihr Weideland nicht verlassen möchte. Die Jury würdigt „Tuyas Ehe“ als glaubwürdiges Beziehungsdrama „mit einem liebenden Blick und Sinn für die Ambivalenz menschlicher Entscheidungen.“

Der Schweizer Film „Chrigu“ von Jan Gassmann und Christian Ziörjen erzählt von einem jungen Mann, der unheilbar an Krebs erkrankt ist. Die Ökumenische Jury hat den mit 2’500 Euro dotierten Preis „Chrigu“ verliehen, weil er den Prozess des Sterben als Teil des Leben und das Leben als Teil des Sterbens dokumentiere. Die pulsierende Hip-Hop-Musik unterstreiche dabei den Rhythmus von Freude und Schmerz, Lachen und Traurigkeit, Leben und Tod.

Schliesslich hat der Film „Getting Home“ von Zhang Yang aus der Sektion Panorama den dritten mit 2´500 Euro dotierten Preis erhalten. „Getting Home“ sei ein ungewöhnliches Roadmovie, das mit viel Humor und Fantasie erzähle, wie ein alter Arbeiter, seinen überraschend verstorbenen Freund in dessen weit entfernte Heimatstadt zurückbringe, so die Jury.

Die offiziellen Preise des Internationalen Filmfestspiels werden am Samstag, 17. Februar, um 19.00 Uhr, verliehen. Die Preisverleihung der Bären wird live auf 3sat übertragen.

Die Mitglieder der Ökumenischen Jury 2007 waren:
Charles Martig, Schweiz (Präsident),
Angelika Obert, Deutschland,
Prof. Em. Marjorie Suchocki, USA,
Anita Uzulniece, Lettland,
Théo Péporté, Luxemburg

http://www.berlinale.de
https://www.medientipp.ch/index.php?na=1,2&meid=71251

Begründungen für die Preisträger der Ökumenischen Jury

Der Preis für einen Film aus dem Internationalen Wettbewerb ging an

Tu ya de hun shi (Tuyas Ehe)
von Wang Quan’an, Volksrepublik China

Tuya, eine Frau in der mongolischen Steppe, kämpft mit einem behinderten Mann und zwei Kindern um ihre Existenz. Eine hilfreiche Lösung wäre es, einen neuen Mann zu heiraten. Schmerzhaft ist ihr Weg, aber getragen von einem Grundvertrauen. Dem Film gelingt es in bewegenden Bildern nahe an der traditionellen Kultur zu bleiben. Mit einem liebenden Blick und Sinn für die Ambivalenz menschlicher Entscheidungen inszeniert er das Beziehungsdrama glaubwürdig.

Der Preis für einen Film aus der Sektion Forum ging an

Chrigu
von Jan Gassmann und Christian Ziörjen, Schweiz

Chrigu, ein junger Mann, der unheilbar an Krebs erkrankt ist, dokumentiert den Prozess seines Sterbens als Teil des Lebens und sein Leben als Teil des Sterbens. Vor seiner Krankheit arbeitete Chrigu als Produzent und Regisseur für eine befreundete Hip-Hop-Band. Deren pulsierende Musik unterstreicht den Rhythmus von Freude und Schmerz, Lachen und Traurigkeit, Leben und Tod. Indem er die Unausweichlichkeit des Todes akzeptiert, betont Chrigu den Wert des Lebens.

Der Preis für einen Film aus der Sektion Panorama ging an

Luo ye gui gen (Getting Home)
von Zhang Yang, Hongkong, China / Volksrepublik China

Zhao bringt den Leichnam seines plötzlich verstorbenen Kumpels in dessen weit entfernte Heimatstadt zurück. Ein schwieriges Unterfangen, bei dem er immer wieder auf Hilfe angewiesen ist. Ein ungewöhnliches Roadmovie, das mit viel Humor und Fantasie liebevoll davon erzählt, wie eine unmöglich scheinende Aufgabe durch viele Begegnungen bewältigt werden kann. Auch unter extrem harten sozialen Bedingungen wird so menschliche Nähe sichtbar.