La Demolición

Alles beginnt wie ein ganz normaler Arbeitstag: Osvaldo macht sich mit Kollegen auf den Weg zu einer Fabrik, um sie für den Abriss vorzubereiten. Beim Routinegang durch das angeblich leer stehende Gebäude trifft er auf Beto, der stur seiner Arbeit nachgeht, obwohl er – wie alle anderen – schon längst entlassen worden ist. Dass das Telefon nicht funktioniert und auch sonst kein Betrieb mehr herrscht, scheint ihn nicht zu stören. Die Begegnung der beiden Männer ist das Herzstück einer Farce über die fragile Arbeitswelt von heute.

Das gleichnamige Theaterstück war in Argentinien äusserst erfolgreich und ist mit seinen beiden Hauptdarstellern verfilmt worden. In den Nebenrollen wirken Aktivisten mit, die an Streiks und Fabrikbesetzungen beteiligt waren. Und auch der Schauplatz bebildert die jüngste Geschichte Argentiniens: Es ist ein Betrieb, der nach seiner Schliessung von ehemaligen Angestellten zurückerobert und als Kooperative weitergeführt wurde. Dies alles fliesst in den unterhaltsamen Film ein, der sein schweres Thema nicht zuletzt dank seiner kauzigen Darsteller in lockerem Ton erzählt. Doch ist der Film kein Leichtgewicht, sondern eine Art komödiantische Verwandte der politisch brisanten Filme Fernando Solanas. Die Geschichte vom vermeintlich aussichtslosen Widerstand trägt universale Züge.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«La Demolición», Argentien 2005, Regie: Marcelo Mangone, Darsteller: Jorge Paccini, Enrique Liporace, Gastón Pauls, Verleih: Trigonfilm, Limmatausweg 9, 5408 Ennetbaden, http://www.trigon-film.org