Carl Theodor Dreyer – Pionier des dänischen Films
(medientipp) Der dänische Regisseur Carl Theodor Dreyer wird als einer der grossen Meister des Kinos angesehen. Er wurde 1889 als uneheliches Kind einer schwedischen Dienstmagd in Kopenhagen geboren, die zwei Jahre später starb, worauf er von einer streng protestantischen Familie adoptiert wurde. Im Jahr 1918 drehte er seinen ersten Film „Der Präsident“: Schon bei diesem Werk zeigte sich sein typischer Stil im Thema der Schuld und der leidenden Frau, in der kargen Ausstattung und der Verwendung von Grossaufnahmen. In seinem zweiten Film „Blätter aus dem Buche Satans“ (1921) wandte sich Dreyer dem Thema zu, das fast alle seine späteren Filme durchziehen sollte: dem Bösen und dessen Einfluss auf die Menschen. Dreyers Filme werden häufig als schwer und düster bezeichnet, bewahren aber dennoch einen gewissen Optimismus, da der Wille oder der Glaube am Ende siegt.
Im Stummfilm „Michael“ (1924) widmete sich Dreyer dem Verhältnis des Bewussten zum Unbewussten. Neben den vielen Nahaufnahmen besteht die Besonderheit des Films in seinem kunstvollen Lichteinsatz.
„Das Wort“ (1926) gilt bis heute als Meisterwerk der Filmgeschichte und erntete bereits zu seiner Entstehungszeit grosse Anerkennung: Der Film wurde unter anderem mit einem Golden Globe für den besten ausländischen Film und mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet.
Nach einer elfjährigen schöpferischen Pause entstand der Film „Tag der Rache“ (1943), ein beklemmend-düsteres Werk über Glauben und Toleranz vor dem Hintergrund der Hexenverfolgung. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Film als Parabel auf die Besetzung Dänemarks durch die Nationalsozialisten interpretiert. Aus Angst vor einer Inhaftierung durch die Nazis floh Dreyer deshalb nach Schweden.
„Gertrud“ (1960) ist der letzte der fünf Spielfilme, die Carl Theodor Dreyer realisierte. Der Film stiess zu seiner Entstehungszeit durch seine Konzentration auf das Wesentliche und seinen langsamen Rhythmus noch weitgehend auf Unverständnis. Erst später realisierte man, wie modern der Film war.
Montag, 19. Juni 2006, 22.10 Uhr: Gertrud
Mittwoch, 21. Juni 2006, 23.55 Uhr: Tag der Rache
Mittwoch, 28. Juni 2006, 22.40 Uhr: Das Wort
Freitag, 30. Juni 2006, 00.35 Uhr: Michael
