White Terror

Daniel Schweizer erkundet nach seinen Filmen «Skin or Die» und «Skinhead Attitude» erneut die Entwicklungen in der internationalen rechtsextremen Szene. Ausgehend vom tragischen Mord an Marcel von Allmen, der von neonazistischen Kameraden totgeprügelt wurde, zeigt er Ergebnisse seiner Recherchen. Im Mittelpunkt steht die internationale Vernetzung der homophoben und fremdenfeindlichen Vereinigung «Blood and Honour». Beunruhigend ist vor allem die Professionalisierung der Drahtzieher, die sich mit modernen Kommunikationsmitteln vernetzen. Der Vertrieb von Musik, Videoclips, Magazinen und Büchern dient der zunehmenden Verbreitung von politischen Botschaften und «Totschläger Bildern». «White Terror» ermöglicht den Einblick in eine Szene, die vor allem arbeitslose Jugendliche anspricht. Erschreckend ist dabei, dass nicht mehr die kahlgeschorenen Provokateure auf der Strasse federführend sind. Es sind vielmehr Geschäftsleute, die die Verbreitung der rassistischen Ideologie betreiben. Der unkommentierte Film setzt auf das Selbstentlarvungspotential zahlreicher, teils schockierender Aussagen von überzeugten Rassisten.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

Ausgezeichnet mit dem Zürcher Filmpreis 2005

«White Terror», CH/F/D/FL 2005, Regie: Daniel Schweizer, Dokumentarfilm; Verleih: Look Now!, Zürich, Internet: http://www.looknow.ch, Filmwebsite: http://www.whiteterror.com

Kinostart: 4. Mai

Filmkritik von Claudia Herzog im film-dienst:
film-dienst.kim-info.de/kritiken.php?nr=8251&id=6b26cbf58401d65907c4752d758276ed