La bestia nel cuore
Sabrinas Eltern sind schon tot, als sie plötzlich von dunklen Erinnerungen an ihre Kindheit heimgesucht wird. Sie träumt von ihrem Elternhaus, unheimlich und bedrückend. Niemandem kann sie sich anvertrauen, weder ihrem Partner noch ihrer Jugendfreundin. Also besucht sie ihren Bruder in Amerika, um sich dem lange Verdrängten zu stellen.
Missbrauch ist nach wie vor ein Tabuthema, vor allem für die Opfer. Die Italienerin Cristina Comecini nähert sich seinen Folgen, den Verletzungen, den Verdrängungen, der Scham. Eindrückliche Bilder findet sie in den Traumsequenzen, die ein unbehaustes Zuhause spüren lassen, dessen Topographie verschwimmt. Sie spiegeln die Desorientierung Sabrinas in ihrem eigenen Leben, das nach aussen doch so erfolgreich wirkt. An der Oberfläche mag es perfekt sein, doch irgendwo schlummert die Bestie der Erinnerung. Die Ambivalenz von sexuellem Getriebensein prägt auch die Nebenhandlungen, wenn zum Beispiel eine Kollegin Sabrinas von ihrem Mann für eine Jüngere verlassen wird, die so alt ist, wie seine Tochter. Aber auch wenn dieselbe Kollegin in der Bekanntschaft mit einer anderen Frau neue Lebensenergie findet. Manche Symbolik mag überladen wirken, doch bewegt der Film mit seinen starken Figuren und dem sensiblen Erzählrhythmus.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«La bestia nel cuore», Italien 2006, Regie: Cristina Comencini, Besetzung: Giovanna Mezzogiorno, Alessio Boni, Stefania Rocca, Angela Finocchiaro, Verleih: Filmcooperative Zürich, Internet: http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.labestianelcuore.it
Kinostart: 20. April 2006
