Requiem

Michaela ist eine junge Frau aus katholischem Elternhaus, die Anfang der 1970er Jahre ein Pädagogikstudium in Tübingen beginnt. Sie lebt sich dort ein und verliebt sich in einen charmanten Studenten. Doch der Zwiespalt zwischen ihrer strengen Herkunft und den neuen Freiheiten der Stadt setzen ihr zu. Der Vater hält zwar zu ihr, doch die Beziehung zu ihrer Mutter ist zerrüttet. Sie hat sich von Anfang an gegen ein Studium gestellt, weil sich bei Michaela Anzeichen einer schweren Krankheit bemerkbar machen. Eines morgens bricht Michaela zusammen und glaubt, von Dämonen verfolgt zu werden. An ihrer Not verzweifeln sowohl der Vater als auch ihre Freunde in Tübingen. Schon bald wird von der Mutter ein Priester beigezogen, der einen Exorzismus in Betracht zieht.

Das Seelendrama wirkt rau und bedrängend. Die Gestaltung mit reduzierten Farben, weitgehendem Verzicht auf Filmmusik und ruhigen Kamerafahrten führt weit weg von den Genre-Klischees. «Requiem» endet dort, wo normalerweise Filme wie «Der Exorzismus von Emily Rose» beginnen. Beide beruhen auf demselben historischen «Fall Klingenberg» und sind doch grundlegend verschieden. Hans-Christian Schmid zielt mit seiner Regiearbeit auf das solidarische Mitleiden und verzichtet auf reisserische Effekte. Im Zentrum steht das Leiden von Michaela, das von Sandra Hüller authentisch und beeindruckend verkörpert wird. Ihre Trauer überträgt sich nachhaltig auf den Zuschauer.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst

«Requiem», Deutschland 2005, Regie: Hans-Christian Schmid, Besetzung: Sandra Hüller, Burghart Klaussner, Immogen; Verleih: Filmcooperative, Internet: http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.requiem-der-film.de

Vorpremiere: https://www.medientipp.ch/index.php?na=4,2&meid=56683

Kinostart: 6. April 2006

 

Filmheft «Requiem»:
Im Filmheft werden Inhalt, Figuren, Thema und Ästhetik von «Requiem» analysiert. Darüber hinaus enthält das Filmheft ein detailliertes Sequenzprotokoll, Fragen, Materialien und Literaturhinweise.
http://www.bpb.de/files/CZUVTZ.pdf


Offizielle Filmwebsite:

http://www.requiem-der-film.de

Dossier zu «Exorzismus der Emily Rose»:
http://www.kath.ch/index.php?&na=11,10,0,0,d,13655