Breakfast on Pluto

Auf der Türschwelle eines irischen Dorfpfarrers wird ein Kleinkind ausgesetzt. Wie sich bald herausstellt, ist der junge Patrick besonders liebenswert und gewitzt. Mit seiner Vorliebe für Frauenkleider und Schneiderei passt er aber gar nicht in das Dorf nahe der nordirischen Grenze in den 1970er Jahren. Zwischen politischen und kulturellen Fronten versucht er sich als Transvestit zu behaupten und geht seinen Weg mit erstaunlicher Widerstandskraft. Was Patrick dabei wirklich bewegt ist die Suche nach seiner Mutter. Von ihr weiss er nur, dass sie in London lebt. Er folgt ihr und landet in einer Peep-Show im Rotlichtviertel. Aus dieser verfahrenen Situation kann ihn nur einer retten: Es ist der Dorfpfarrer, der sich als sein Vater erweist und schliesslich das Richtige tut, um seinen Sohn zu retten.

Bemerkenswert am Film ist die konsequent subjektive Sicht aus dem Leben von Patrick, auf die sich der Regisseur Neil Jordan verpflichtet. Viele Szenen sind skurril, aber auch voller Verve und traurigschöner Melancholie. Es ist die eigenwillig wirksame Form der Identifikation, die eine Solidarität mit diesem Schicksal aufbaut. Das Happy End einer gelungenen Lebensgeschichte mag man Patrick von Herzen gönnen. Die Form der Episodenerzählung erweist sich hier als Segen, denn es geht nicht um Provokation, sondern um die Vermittlung eines in sich stimmigen Lebensgefühls.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Breakfast on Pluto», Irland/Grossbritannien 2005, Regie: Neil Jordan, Besetzung: Cillian Murphy, Liam Neeson, Stephen Rea, Brendan Gleeson; Verleih: Monopol Pathé Films, Internet: http://www.pathefilms.ch, Filmwebsite: http://www.breakfastonplutofilm.com

Kinostart: 16. März 2006

«Breakfast on Pluto» ist Film des Monats März. Die Kritik zum Film des Monats kann hier als pdf-Datei geladen werden: http://www.kath.ch/pdf/filmtipp_0306.pdf