My Summer of Love
Es ist flirrend heiss, als Mona und Tamsin sich kennen lernen. Die eine auf einem klapprigen Mofa ohne Motor, die andere hoch zu Ross. Unterschichtgirl trifft Mädchen aus besserem Hause. So verschieden sie sind, so fasziniert sind sie voneinander. Doch während Mona sich vertrauensvoll auf die neue Freundschaft einlässt, zeigt Tamsin auch manipulative Züge. Und dann ist da noch Monas Bruder Phil, ein bekehrter Exhäftling, der seinen Pub in ein Gebetshaus umwandelt und das Tal missionieren möchte.
Das verhaltene und zugleich sinnliche Drama zeigt zwei Mädchen im Wandel zum Frausein. Ihre Träume und ihr Begehren verlassen das kindlich Spielerische, sie machen neue Erfahrungen und müssen nach Orientierung und Halt suchen. Gerade Mona wird in diesem Sommer einiges lernen. Mit Tamsin und Phil nehmen zwei gegensätzliche Prinzipien auf ihr Leben Einfluss. Hier die faszinierende Freundin, die Nietzsche zitiert und ihr Leben selbst zu konstruieren versucht. Dort Phil, von dem sich Mona seit seiner Bekehrung entfremdet fühlt, der aber weiterhin für seine Schwester verantwortlich sein will. Der Film vermittelt in intensiver Atmosphäre die Spannungen, die zum Erwachsenwerden gehören, und zeichnet sich durch ein minimalistisch und zugleich präzis spielendes Darstellertrio aus.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
„My Summer of Love“, GB 2004, Regie: Pawel Pawlikowski, Besetzung: Natalie Press, Emily Blunt, Paddy Considine; Frenetic Films, Bachstrasse 9, 8038 Zürich, Telefon: 044 488 44 00, Fax: 044 488 44 11, E-Mail: mail@frenetic.ch, Internet: http://www.frenetic.ch
Kinostart: 8. September 2005
