The Syrian Bride

Schauplatz von Eran Riklis Film «Hacala Hasurit» sind die besetzten Golanhöhen. Eine junge Frau heiratet einen Syrer und verlässt damit definitiv ihre Familie in Israel. Das Hochzeitsfest wird zum eigentlichen Trauerspiel. Mona weiss, dass sie ihre Familie, die in einem von den Israelis besetzten Dorf lebt, nach der Hochzeit nie mehr sehen wird. Der Grenzkonflikt zwischen Israel und Syrien überschattet dieses freudige Ereignis mit einer fatalen politischen Konsequenz: Sobald eine Drusin das Dorf verlässt und die Grenze überschreitet, wird sie automatisch ausgebürgert.

Der Film situiert das Hochzeitsereignis vollständig in der öffentlichen Sphäre. Der Grenzkonflikt zwingt die Akteure, jede Handlung als einen politischen Akt zu verstehen. Die Familie hat die Heirat arrangiert, doch die nationalstaatlichen Interessen verhindern den ritualisierten Ablauf der Hochzeit. Damit wird die Hochzeitsfeier zum Zeichen einer Trennung, einer tiefen Wunde im Selbstverständnis eines Volkes und zum Leidensweg einer Braut. Doch der Blick der Braut am Schluss ist ein widerspenstiger: Beharrlich wird sie hier sitzen, bis entweder die syrische oder die israelische Grenze geöffnet wird. Der ironische Unterton der Erzählung bricht den Ernst der Lage auf und doch bleibt der Blick der Braut, ihrer Familie, der Regierung und der Militärs ins Ungewisse. Sie schauen auf eine Art Niemandsland, das charakteristisch ist für diese Region des Mittleren Ostens.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«The Syrian Bride», Israel / Deutschland / Frankreich 2004, Regie: Eran Riklis; Besetzung: Klara Khoury, Hiam Abbass, Makram J. Khoury, Eyad Sheety; Verleih: Cineworx GmbH, Internet: http://www.cineworx.ch, Filmwebsite: http://www.syrianbride.com.

Kinostart: 14. Juli 2005

Die Kritik zum Film des Monats kann hier als pdf-Datei geladen werden: http://www.kath.ch/pdf/filmtipp_0705.pdf