War of the Worlds

Dieser Krieg der Welten hat bereits eine lange Geschichte: Von der literarischen Vorlage Herbert G. Wells’ (1898) über die Adaption als Hörspiel durch Orson Welles (1938), bei der es in den USA zu einer regelrechten Panik kam, bis zur filmischen Umsetzung von Byron Haskin (1953), die zu den Klassikern der Science Fiction zählt. Bei der Spielberg-Version scheint nun vieles déjà-vu. Die Spezialeffekte sind «state of the art»: Die Ausserirdischen greifen endlich auf dreibeinigen Riesenmaschinen an und zerstören alles was Ihnen in den Weg kommt. Haskin musste in den 1950er-Jahren noch mit UFOs an Seilen arbeiten. Die Überwältigungsästhetik funktioniert aber nur bedingt, da der Verlauf der Invasion im Kino bereits vielfach durchgespielt wurde.

Politische Anknüpfungen wie die Terrorismus-Vermutung und das schwierige Verhältnis zwischen Europa und den USA bleiben reine Zitate. Im wesentlichen geht es Spielberg um die Idee, die Invasion von Ausserirdischen aus der persönlichen Perspektive eines Helden zu zeigen, die er von H.G. Wells übernimmt. Darüber hinaus gewährt er sich jedoch viele Freiheiten, um aus dieser Geschichte einen «Familienfilm» zu machen. Der Vater Ray (Tom Cruise) erlebt die Invasion der aggressiven Aliens zusammen mit seinen beiden Kindern Robbie und Rachel als persönliche Bewährungsprobe. Die Krise der getrennten Eltern mit ihren vaterlosen Kindern findet sich als Spiegelung in der Aussenwelt: Das Böse ist aussen und muss überwunden werden, um die zerrüttete Familie zu retten und den Vater in eine erwachsene Person zu verwandeln. Und die Moral der Kinogeschichte: Selbst ein Klassiker wie «War of the Worlds» ist nicht vor der «Spielbergisierung» gefeit.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«War of the Worlds», USA 2005, Regie: Steven Spielberg; Besetzung: Tom Cruise, Dakota Fanning, Justin Chatwin, Tim Robbins, Miranda Otto; Verleih: UIP GmbH, Internet: http://www.uipfilm.ch, Filmwebsite: http://www.waroftheworlds.ch/d/

Kinostart: 29. Juni 2005

Eine ausführlilche Kritik ist im Medienheft abrufbar unter:
http://www.medienheft.ch/kritik/bibliothek/k24_MartigCharles.html