Millions
Eine Tasche voller Pfundnoten fällt vom Himmel direkt vor Damians Füsse. Der Achtjährige liebt Heiligenlegenden und will ein frommes Leben führen. Kein Wunder, dass er davon überzeugt ist, das Geld sei von Gott (wer sonst hätte so viel zu verschenken?). Sein älterer Bruder Anthony bezweifelt die göttliche Herkunft der Scheine, will sich aber gerne am Ausgeben beteiligen. Und das Ausgeben eilt, denn wenn in zwölf Tagen der Euro eingeführt wird, ist das Geld wertlos. Damian will – beraten von diversen Heiligen, die ihm ab und zu erscheinen – so viel Gutes wie nur möglich tun. Anthony denkt rationaler und will in das Immobiliengeschäft einsteigen, wofür er mit seinen zehn Jahren allerdings noch deutlich zu jung ist.
Neben der guten Portion britischen Humors schlägt diese Komödie auch nachdenkliche Töne an. So leben die beiden Kinder mit dem Vater allein, weil ihre Mutter gestorben ist. Während Anthony aus dem Verlust nur zynisch Profit schlagen kann, indem er sich mit der Mitleidstour Süssigkeiten erbettelt, fragt Damian jeden Heiligen nach dem Verbleib seiner Mutter im Himmel. Und immer wieder scheint die (ernsthafte) Frage auf, wie das denn so ist mit Gott und der Armut in der Welt. Am Ende sind die Geldprobleme gelöst, die beiden Brüder einander näher gekommen und die Zuschauenden gut unterhalten.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Millions», Grossbritannien 2004, Regie: Danny Boyle, Besetzung: Alex Etel, Lewis McGibbon, James Nesbitt; Verleih: Monopol Pathé Films AG, Internet: http://www.pathefilms.ch, Filmwebsite: www2.foxsearchlight.com/millions
Kinostart: 12. Mai
