Mar adentro
Ramón ist vom Hals ab gelähmt. Seit 26 Jahren ist er ans Bett gefesselt und auf die Fürsorge anderer angewiesen. Vater, Bruder, Schwägerin, Neffe: Alle kümmern sich auf ihre Weise darum, dass er ein gutes Leben hat. Doch Ramón will schon lange nicht mehr leben. Nur kann er sich nicht umbringen, wenn ihm niemand dabei hilft. Er wendet sich an die Öffentlichkeit und versucht mit Hilfe einer jungen Anwältin, das Recht auf einen selbstbestimmten Tod zu erstreiten. Und dann ist da noch Rosa, die ihn so gerne vom Leben überzeugen will.
«Mar adentro» basiert auf dem Schicksal des Galiziers Ramón Sampedro, das in Spanien in politischen wie in kirchlichen Kreisen für grosse Aufregung sorgte. Die authentische Geschichte erhält nun in dem Spielfilm zusätzliche Facetten, anhand derer die Problematik Sterbehilfe durchbuchstabiert wird. Die Personen, die Ramón begegnen, reagieren unterschiedlich auf seine starke Persönlichkeit. Die Palette reicht von absoluter Ablehnung seines Wunsches über vermeintlich neutrale Gleichgültigkeit bis hin zu völliger Akzeptanz. Damit bieten sich verschiedene Anknüpfungspunkte für die Auseinandersetzung mit dem heiklen Thema. Der Film ergreift emotional und löst viele Fragen aus. Auch diejenige, ob er letztlich zwischen den Zeilen nicht für die absolute Freiheit, sondern für das Leben plädiert.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Mar adentro», Spanien 2004, Regie: Alejandro Amenábar; Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch
Kinostart: 10. März 2005
Auszeichnung:
Oscar 2005 für den besten ausländischen Spielfilm
