Machuca

Eine Kindheit in Chile: Der elfjährige Gonzalo geht auf eine katholische Privatschule in Santiago. Eines Tages stellt der Rektor, ein idealistischer Pater, seiner Klasse fünf neue Mitschüler vor. Sie sind arm und ungepflegt, statt gebügelter Schuluniformen tragen sie zerrissene Pullover, ihre Haut ist dunkler als die der reichen Kinder. Mit einem von ihnen, Pedro Machuca, freundet sich Gonzalo an. Bald lernt er durch ihn die etwas ältere Silvana kennen. Zu dritt erleben sie eine Freundschaft zwischen Slum und Villa, zwischen linken und rechten Demonstrationen, zwischen Kindheit und Jugend. Gonzalo und Pedro lernen miteinander unbekannte Welten kennen und damit auch immer mehr die politische Realität ihres Landes im Jahre 1973. In einer angespannten Zeit sind unbeschwerte Kindertage rar. Sie finden ein jähes Ende, weil das Projekt des Paters zusammen mit demjenigen Salvador Allendes untergeht.

Der Film ist konsequent aus der Perspektive der Kinder erzählt und zeigt, wie sie ihr Leben und ihre Gesellschaft wahrnehmen. Nicht-Verstehen und Sehr-wohl-Verstehen wechseln sich dabei ab. Dies wird von den Kinderdarstellern beeindruckend wiedergegeben. Mit diesem Fokus verzichtet der Film auf trockenen Geschichtsunterricht und vermittelt ein persönliches Bild vom Vorabend des Putsches durch Augusto Pinochet.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

„Machuca „, Spaniel/Chile 2004, Regie: Anrdés Wood, Darsteller: Matías Quer, Ariel Mateluna, Manuela Martelli; Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: http://www.xenixfilm.ch.

Kinostart: 24. Februar