Tout un hiver sans feu
Im stiebenden Schnee der Jurahöhen leben Jean und Laure auf einem Bauernhof, in dem das wärmende Feuer ausgegangen ist. Ein Scheunenbrand hat ihnen die Tochter geraubt. Die Verletzung des Paares geht sehr tief und die Kälte breitet sich immer mehr aus. Laure muss in eine psychiatrische Behandlung. Jean geht in die Fabrik, um Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Hier trifft er Libotina, eine Frau aus dem Kosovo, die ihren Mann verloren hat. Im gemeinsamen Schmerz über den Verlust finden sie sich: In der Fremde verloren, traurig und auf der Suche nach dem Lebensfeuer, das erloschen ist. Dank der Begegnung mit Libotina findet Jean langsam zu sich selbst zurück.
Die dichte Erzählung, die mehr zwischen den Bildern erzählt und andeutet, als offen legt, ist beeindruckend und berührend. Der Film von Greg Zglinski ist ein Höhepunkt des Schweizer Spielfilms. Er schaffte letzten Herbst gar den Sprung in den internationalen Wettbewerb von Venedig und gewann dort den Preis der internationalen katholischen Jury (SIGNIS). Zglinski ist ein Autor, der sowohl in der Schweiz als auch in Polen lebt. Er ist ein Schüler des polnischen Regisseurs Kieslowskis, was man in seiner Bildsprache und seinem Sinn für die existenzielle Betroffenheit der Hauptfiguren deutlich wahrnimmt.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
„Tout un hiver sans feu“, Schweiz 2004, Regie: Greg Zglinski, Besetzung: Aurélien Rekoing, Marie Matheron, Gabriela Muskala; Verleih: Filmcooperative Zürich, Internet: http://www.filmcoopi.ch
Die Kritik zum Film des Monats kann hier als pdf-Datei geladen werden: http://www.kath.ch/pdf/filmtipp_0205.pdf
Auszeichnungen:
Solothurn 2005, Schweizer Filmpreis
Venedig 2004, Preis der Internationalen katholischen Jury (SIGNIS)
Kinostart: 17. Februar
