Publikumsrat: Frauen und Männer auf SF DRS
(medientipp) Laut einem Pressecommuniqué hat der Publikumsrat das Schweizer Fernsehen DRS nach der Darstellung sozialer Geschlechter-Unterschiede untersucht. In einigen ausgewählten Sendungen wurde auf Unterbrechungen in Gesprächen oder auf die Kameraführung geachtet. Der Rat kam zum Schluss, dass die Bemühung spürbar sei, die sozialen Realitäten von Männern und Frauen gleichberechtigt darzustellen. Allerdings seien die Sendungen unterschiedlich erfolgreich. Sendungskonzepte der Chefredaktion könnten den Gender-Aspekt noch vermehrt berücksichtigen. Zudem komme der Moderation in den beobachteten Sendungen einen hohen Stellenwert zu. Der Rat ist der Ansicht, dass noch besser geschulte und auf die Gender-Frage sensibilisierte ModeratorInnen dem Schweizer Fernsehen DRS gut anstehen würden. Zum Beispiel würden nicht mehr nur Sportlerinnen, sondern auch Sportler bei schlechten Leistungen nach ihren privaten Partner-Beziehungen befragt, oder Diskussions-Moderatorinnen würden sich weniger leicht unterbrechen lassen. Sendegefässe wie „Club“, „Quer“, „MTW“ und „Arena“ würden sich zudem anbieten, die Gender-Thematik und deren Hintergründe vermehrt aufzugreifen. Diesbezüglich lobte der Publikumsrat die Talk-Sendung von Kurt Aeschbacher, kritisierte aber das Samstagabend-Programm. Dass der Sport bei SF DRS eine Männerdomäne ist, findet der Publikumsrat bedauerlich, dass Serien für Kinder und Jugendliche weitgehend ausgeglichen sind, erfreulich.
Information: Publikumsrat der Radio- und Fernsehgesellschaft DRS, Fernsehstrasse 1-4, Postfach, 8052 Zürich, Telefon: ++41 (0)1 305 66 11 oder ++41 (0)1 305 67 05, Fax: ++41 (0)1 305 67 10
