Das Geheimnis der Frösche
Es ist ein idyllisches Land, das Regisseur Jacques-Rémy Girerd in seinem liebenswürdigen, in guter alter «Handarbeit» gezeichneten Film entwirft. Doch die Welt von Tom und Lilly ist durch eine Flut bedroht; und das wissen bereits die Frösche, die ausführliche Untersuchungen angestellt haben. Da können auch der gewaltige Ferdinand und seine afrikanische Frau Juliette nicht viel mehr tun, als sich mit einem Haufen Tiere aus dem benachbarten Zoo und den Kindern in ihr schwimmendes Haus zu retten.
Mit ausgesucht schönen, betont «naiven» Bildern voller hintergründiger Poesie, mit aufgeschlossenem Witz aber auch viel Nachdenklichkeit, erzählt der Zeichentrickfilm die biblische Geschichte der Arche Noah neu. Die charaktervolle Skurrilität von Menschen und Tieren lädt ein zur spielerischen, mal kindgerecht komischen, mal aber auch tragischen Annäherung an den Schöpfungsmythos und die von ihm ausgehenden universellen Fragen: nach den Bewährungsproben im täglichen Miteinander, nach Toleranz, Mut und Zivilcourage, Liebe und Nächstenliebe, nach Tod und Verlust. Für Juliette und Ferdinand ist ihre Liebe die Grundlage ihrer Hoffnungen auf einen möglichen Neuanfang. Sanft, aber beharrlich geben sie diese Grundbotschaft an die Kinder weiter, die sich alsbald im Aufstand der Tiere bewähren müssen.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Das Geheimnis der Frösche», Frankreich 2003, Regie: Jacques-Remy Girerd, Animationsfilm, Verleih: Frenetic, Internet: http://www.frenetic.ch, Filmwebsite: http://www.geheimnis-der-froesche.de
