Viel Lärm um sehr wenig Information
Der DRS-Publikumsrat hat die Berichterstattung von Schweizer Fernsehen DRS zum Crossair-Absturz vom 10. Januar kritisch geprüft. „SF DRS hat in der Anfangsphase der Berichterstattung über den Crossair-Absturz überreagiert“ heisst es in einem Pressecommuniqué des Publikumsrates. In den ersten Stunden nach dem Absturz habe „ein Missverhältnis zwischen Sendezeit und Informationsgehalt der Berichte, Reportagen und Kommentare“ bestanden. Mit anderen Worten: es gab eigentlich nichts zu berichten – ausser der Absturztatsache selbst. SF DRS verschob aber den – eigentlich sakrosankten – Beginn der „Tagesschau“ um einige Minuten, liess den Chefredaktor als Moderator auftreten, brachte eine Studiogespräch sowie eine anschliessende Sondersendung.
„Unverständlich und unakzeptabel“ nennt der Publikumsrat ausserdem einen Beitrag von „10vor10“, in welchem einer moldawischen Flight Attendant vor laufender Kamera mitgeteilt wurde, dass sich ein Kollege von ihr in der abgestürzten Crossair-Maschine befunden habe.
In den Folgetagen nach dem Absturz habe SF DRS aber „zahlreiche informative Hintergrundsberichte“ gesendet, „wo die Themen Trauer und Tod einfühlsam behandelt wurden“ schreibt der Publikumsrat. Insgesamt habe das Schweizer Fernsehen deshalb „eine gute Informationsleistung“ zum Crossair-Absturz erbracht.
