Europäischer Templeton-Filmpreis 2001

(medientipp) Der 5. Europäische Templeton-Filmpreis 2001 wurde dem Film „CHICO“ von Ibolya Fekete (Ungarn/Deutschland/Kroatien/Chile, 2001) verliehen. „CHICO“ wurde in Karlovy Vary mit dem Preis der ökumenischen Jury ausgezeichnet. Die Auszeichnung galt einem Film, so die Jury, „der die bleibende spirituelle Dimension der menschlichen Existenz zeigt, während Ideologien kommen und gehen“.

Der Film vermischt zeithistorisches Dokumentarmaterial mit der Geschichte eines Mannes auf der Suche nach dem Sinn seines eigenen Lebens. In einer Welt einander ablösender Ideologien durchläuft er den Weg von kommunistischer Begeisterung, die ihm sein Vater vererbt, zum Kampf auf kroatischer Seite in den Balkankriegen der 90er Jahre. Als Revolutionär, Geheimagent, Journalist und schliesslich als Soldat ringt der Held Ricardo ständig mit Macht und Autorität, während er seinen Überzeugungen treu zu bleiben sucht. Der komplexe und dennoch unterhaltsame Film zeichnet die politische Ironie der letzten 30 Jahre nach, den Zerfall des Kommunismus und den Aufstieg des Nationalismus. Beiläufig durchzieht das Thema Religion den ganzen Film, bis hin zu einem Gebet Ricardos an der Klagemauer in Jerusalem. Insgesamt stellt dieser „ideologische Abenteurfilm“ (Ibolya Fekete) zahlreiche Fragen zur Diskussion, ohne Lösungen zu geben

Mit dem John Templeton-Filmpreis werden Filme ausgezeichnet, die einen hohen künstlerischen Wert haben, humanen Überzeugungen folgen, im Einklang mit der biblischen Botschaft stehen oder die Diskussion darüber anregen und das Publikum auf spirituelle und soziale Werte aufmerksam macht. Er ist mit 7000 CHFr. dotiert und wird im Namen der renommierten Templeton-Stiftung von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Genf und der internationalen ökumenischen Filmorganisation INTERFILM verliehen.

Die 1959 gegründete Konferenz Europäischer Kirchen mit Sitz in Genf ist eine Gemeinschaft von 123 orthodoxen, anglikanischen, protestantischen und altkatholischen Kirchen aus ganz Europa. Die ökumenische Filmorganisation INTERFILM betreut die kirchlichen Jurys auf internationalen Festivals wie Berlin, Cannes, Locarno und Karlovy Vary.

Die Preisverleihung findet auf der diesjährigen Berlinale statt im Rahmen eines öffentlichen Gottesdienstes am Sonntag, den 10. Februar 2002, um 18.00 Uhr in der Evangelischen St. Matthäuskirche auf dem Kulturforum, Matthäuskirchplatz, Berlin-Tiergarten.

Eine Vorführung des Films findet statt im Rahmen des Berlin Freedom Film Festival Programm am Freitag, 8.Februar um 18.00 Uhr in der Akademie der Künste, Hanseatenweg 10. Der Eintritt ist frei.
 
 
Information:
INTERFILM – Internationale Kirchliche Filmorganisation, c/o Reformierte Medien, Badenerstr.
69, CH-8026 Zürich, E-Mail: hans.hodel@ref.ch, kvisarius@gep.de

CEC – Conference of European Churches, Rte de Ferney 150, Box 2100, CH-1211 Genève
2, E-Mail: luca.negro@cec-kek.org

Während der Berlinale:
Hotel Hamburg, Telefon: ++49 (0)30 26477 0:
Robin Gurney, Hans Hodel, Karsten Visarius