5×2 (cinq fois deux)
Zurück zum Glück: In fünf Episoden führt François Ozon ein Paar vom Moment der Scheidung zurück an den Ort der ursprünglichen Liebe. Dabei erzählt er in Form einer bewusst zugespitzten Inszenierung: Mit engem Blick und kühler Distanz wird die Scheidung vor dem Anwalt und der endgültige Bruch im Hotelzimmer erzählt. Auf dem Weg in die Vergangenheit der Beziehung wird jeder Moment zur Gegenwart. Die Perspektive öffnet sich immer mehr, die Räume weiten sich vom Nachtessen mit Freunden, über die Geburt im Spital, von der Hochzeit bis an den Strand im Sonnenuntergang.
Hervorragend ist die Interpretation von Valéria Bruni-Tedeschi, die Marion als eine in ihrem Körper ruhende Frau zeigt. Offen für das Leben kann sie mit der Auflösung der Beziehung besser umgehen als Gilles, der angesichts der Geburt seines Kindes blockiert scheint und seine rückgestaute Wut und Hilflosigkeit gegen sich selbst und zuletzt gegen seine Frau richtet. Stéphane Freiss verleiht dieser fragilen Figur eine Transparenz, die sich in der Umkehrung von Anfang und Ende wider jede kausale Logik aus der Ausweglosigkeit befreit. Doch das Wissen vom Scheitern der Beziehung und die Subtilität der «mise-en-scène» erlaubt auch die Ironie der italienischen «canzoni», die von romantischer Liebe, Leiden und Sehnsucht singen.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«5×2», Frankreich 2004, Regie: François Ozon, Besetzung: Valéria Bruni-Tedeschi, Stéphane Freiss, Géraldine Pailhas; Verleih: Filmcooperative Zürich, Internet: http://www.filmcoopi.ch
